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The Wave Pictures: München
Thursday, 13 May 2010 15:11

The Wave Pictures im Atomic CafeThe Wave Pictures sind keine Hypeband aus London, die genauso klingt wie die, die drei Clubs weiter spielt. Sie brauchen weder Skinny Jeans noch Stirnband, weder Weltuntergangstexte noch Regenwettermiene. Sie brauchen nur ihre Instrumente, ein humorvolles Publikum und eine kleine Runde Jägermeister in der Hälfte des Konzerts – und schon ist der feuchtfröhliche Abend perfekt.

 


Eröffnet hat das Trio ihr Record Release Konzert für das dritte Album Susan Rode The Cyclone mit einer beeindruckenden A-Capella-Nummer, was leider nur die Hälfte der Atomic Besucher mitbekommen hat. Ein bisschen skeptisch reagierte das Publikum auf den neuen, sehr ruhigen Song. Taute aber auf, als David Tattersall von seinem Abendbrot-Erlebnis berichtete und die riesige Portion Fleisch und das winzige Häufchen Gemüse lobte, was man hierzulande erhält. Der zweite Song des Abends Strange Fruit Or David, vom ersten Album Instant Coffee Baby, verbreitete gleich gute Laune und zauberte ein kollektives Schmunzeln auf die Gesichter im Publikum. Denn wer muss nicht lachen angesichts des Refrains:
A sculpture is a sculpture/ marmalade is marmalade/And a sculpture of marmalade is a sculpture/But it isn't marmalade/She said: With you inside me/Comes the knowledge of my death/But I still had some oranges left/Underneath the bed,

Sänger David Tattersall schwatzte danach munter weiter und, weil die Münchner ihn mit großen Augen ansahen, scherzte er: "You look like a bunch of wimps". Nicht alle schienen verstanden zu haben, dass er gerade das Publikum als ein Haufen Warmduscher bezeichnet hatte. Er präzisierte: "We three can beat all of you in a fight." Doch da er, wie er feststellte, die Hälfte der Konzertzeit bereits verquatscht hat und sie erst zwei Songs gespielt haben und man jetzt eigentlich keine Zeit dafür hat, machten sie erstmal wieder Musik und stimmten My Kiss von If You Leave It Alone an. Es folgten weitere unglaublich gute Gesangseinlagen und Gitarrensolos. Besonders Drummer Jonny Helm beeindruckte mit seiner Ode an Reverend Gary Davis, den berühmten blinden Blues-Musiker der 50er aus den USA. Auch wenn David anschließend Jonny ermunterte sein T-Shirt auszuziehen, bekam das Publikum keine nackte Haut zu sehen. Dafür aber eine Band, die es verstand auf unglaublich natürlich sympathische Weise die Konzertgänger für sich einzunehmen.

Nach Canary Wharf (I wrote my name on a banana peel/There should always be a meal with my name on it) gab es dann eine Runde Jägermeister für die Band, kommentiert von einigen Buh-Rufen aus dem Publikum. Da musste David erstmal nachfragen: "Are you booing Jagermeister?!? What's wrong with you? Don't you like shots of Jagermeister, too??" "You are from England ...", war die Antwort. "That's right. But let's stick to the subject!", forderte David.
Da sich die Jägermeister-Diskussion nicht mehr ausargumentieren ließ, machten The Wave Pictures weiter mit January And December, die wohl romantischste Ballade, die je einem Pub gewidmet wurde (If you hold me like you planned too, never let me go/what I want to know is when this pub closes). Es folgte das witzige Tiny Craters In The Sand (I cut my hair & you grew yours/There always has to be the same amount of hair in the world) und Too Many Questions – ein Song, der allen Männern aus dem Herzen spricht:

You ask me too many questions like:/Why do you do the things you are doing?/And what are you thinking of when you are doing them?/What do you mean when you say what you are saying?/And What do you think about me?

Nach Kiss Me – in dem sie nun nicht mehr John Lennon, sondern Michael Jackson besingen – spielten die Wave Pictures noch das wunderbare I Thought Of You Again, das sie bisher nicht auf jedem ihrer Konzerte dieser Tour zum besten gaben! Sie beendeten den Abend mit dem spritzigen Leave The Scene Behind, wo nochmals wild getanzt, gefeiert und laut gelacht wurde. Ein Encore gab es auch und zwar ganz ohne Instrumente und Mikrofon: Strawberry Cables.
Ein kleiner Wermutstropfen: Weder I Love You Like A Madman, noch Just Like A Drummer wurden dargeboten. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

Fazit: The Wave Pictures sind völlig banane. Aber so eine Portion Spaß am Leben, intravenös, ist einfach unbezahlbar. Danke dafür und Prost! Text: Eva Deinert/Fotos: Itje Kleinert




Concert
Picture the Waves 2010-05-14 22:39:11

Kann dem (artikel) nur zustimmen!
Sehr gelungenes konzert und ich hoffe
die
herren lassen sich bald wieder in münchen blicken! Einfach Unikate die drei!
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