| Band Of Skulls: München |
| Wednesday, 02 June 2010 10:08 | |||
Eine Band, zwei Leadstimmen, drei Songwriter – dass diese Konstellation unendliche Möglichkeiten bietet, war dem Trio ziemlich schnell klar, als es sich auf dem College zunächst als Fleeing New York zusammenfand. Schnell fassten sie in der Künstlerszene Southamptons Fuß, nahmen 2008 Demos auf. Dann wurde aus Fleeing New York die Band Of Skulls, aus Demos wurde ein Album – und das gaben die Londoner gestern im Atomic Café zum besten.
Den Abend eröffneten Turbo Fruits aus Nashville, Tennessee, mit rasantem Rock'n'Roll, der sich irgendwo zwischen Surf Rock der 60er und 80er-Jahre-Punk ansiedelt. Dass es bei den Turbo Fruits ziemlich turbulent zugehen kann, ist kein Geheimnis: Gerne hängt sich Sänger Jonas Stein auch mal kopfüber von der Decke, wenn es die Gegebenheiten des Konzertsaals zulassen. Im Atomic ist das eher nicht möglich, dennoch gab das Trio Vollgas, dass der Schweiß nur so spritzte. Naked with you, Volcano und Trouble sind Songs zum Ausrasten. Welche Kräfte beim Rock'n'Roll der Turbo Fruits freiwerden, zeigten auch sehr eindrucksvoll zwei riesige Steine, die Drummer Matt Hearn vor seinem Schlagzeug platzierte, damit es nicht wegrutschte. Die Münchner jedoch waren noch etwas zurückhaltend. Erst beim letzten Song tauten sie mehr auf, als dann doch noch die erhoffte Showeinlage geboten wurde: Sänger Jonas Stein hing seine Gitarre einfach dem Erstbesten im Publikum um, zeigte ihm kurz den Akkord, den es nun runterzuschrammeln galt und machte sich selbst über sein Effektpedal her, um es mit aller Gewalt zu bearbeiten. Danach folgte der Main Act des Abends, Band of Skulls. Leider kann man über die Band nicht mehr schreiben, ohne diese Nicht-Literatur unerwähnt zu lassen, zu dessen Verfilmung sie einen Song beisteuerten. Aus Gründen des guten Geschmacks mache ich es daher so kurz wie möglich: Band of Skulls auf dem Twilight-Soundtrack, ergo: viele kleine Vampir-Anbeterinnen in den ersten Reihen des Atomics. Und das, obwohl nicht Robert Pattinson, sondern Russell Marsden da vorne stand. Sein Style gleicht weniger dem eines unsterblichen Hollywood-Beau, sondern viel mehr dem eines weiteren Biffy Clyro-Bruders. Und Rock in Biffy Clyro-Manier gab es dann auch. Während Musikliebhaber sich über den Opener Light Of The Morning, gefolgt von Death By Diamonds And Pearls freuten, rasteten die Teenies bei Friends – vom bereits erwähnten Soundtrack – aus. Russel, Emma und Matt spielten fast alle Songs ihres akutellen Albums Baby Darling Doll Face Honey, hauten in die Saiten und ließen hauptsächlich ihre Musik für sich sprechen. Dem großartigen Fires, das durch den Duettgesang von Emma und Russel seine ganze Schönheit entfaltet, folgte das romantische Cold Fame, ein Gefühlsstück. Russels Haare ließen nur selten einen Blick auf seine Mimik zu, aber man merkte den Songs an, dass sie jedes Mal ganz tief aus dem Herzen geholt werden. I Know What I Am ist nicht nur die erste Single des Albums, sondern auch zur Hymne der Karottenjeans-Generation avanciert. Zurecht wurde dieser Song, der geradezu ein Paukenschlag dieser aufstrebenden Londoner Undergroundband ist, frenetisch gefeiert. Nach Bomb und Blood war schon das Ende des recht kurzen Sets erreicht. Beim letzten Song des Abends, Impossible, (der könnte auch von Kings of Leon stammen) kochte noch einmal die Stimmung hoch und Russel, Emma und Matt feuerten ihre Rockraketen ab ohne Ende. Russel bearbeitete auf dem Boden kniend sein beachtliches Sammelsurium an Verzerrern und Effektgeräten als galt es jede Note einzeln rauszuziehen. Rock'n'Roll im Atomic Café. Ein Encore gab es dann doch: Hollywood Bowl. Dann verschwand die Band in den Katakomben des Clubs und das Publikum erstürmte den Merchandise-Stand. Band of Skulls: Turbo Fruits:
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...