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The XX: München
Saturday, 28 August 2010 11:42

The XX in MünchenLange haben die Münchner auf den Auftritt von The XX warten müssen, wurde das Konzert im Februar doch aufgrund eines Todesfalls in den August verschoben. Auch wurde die Location der großen Nachfrage angepasst: Vom Backstage in die Tonhalle. Ob sich das Warten nun gelohnt hat, weiß Tine vom LAXMag, die mit Eva das ausverkaufte Konzert besucht hat.

Gehyped werden sie zurecht, seitdem sie vor etwa einem Jahr ihr selbstbetiteltes Debut mit großem Erfolg veröffentlicht haben. Wer das Album kennt, dem wird das Konzert jedoch sehr vertraut vorkommen. Spielen Romy Madley Croft, Oliver Sim und Jamie Smith doch bis auf ein Cover alle Songs durch. Ein sehr vorhersehbarer Abend, der dementsprechend nach knapp 50 Minuten und Zugabe endet.

Nachdem die Setlist einigermaßen klar ist, wundert es kaum, dass das Konzert mit Intro eröffnet wird, einem der stärksten Songs des Albums, vor das noch wummernde Bass- und elektronische Schlagzeugtöne gebaut werden. Im Anschluss folgt Crystalised, bei dem sich Romy einmal versingt, was sie zum einzigen Lächeln während des Konzerts bringt. Ansonsten spielen die drei Briten ihre Show routiniert, variieren die Stücke zwar etwas, manches wird langsamer als auf Platte gespielt, anderes etwas in die Länge gezogen, neue Schlagzeugsbeats ausprobiert. Viel Publikumskontakt gibt es nicht. Mag das Album noch so toll und schön sein, eine spannende Live-Band sind The XX (noch) nicht. Jeder spielt gekonnt sein Instrument, vermeidet den Blickkontakt und versinkt fast schüchtern und ehrfürchtig in der eigenen Musik. Teilweise stehen sie sogar recht verloren auf der großen Bühne, wahrscheinlich hätte ein kleinerer Club doch besser als Setting gepasst.

Das dankbare Publikum nimmt trotzdem alle bekannten Melodien auf und jubelt und tanzt teils zwanghaft bei jeder Temposteigerung. Die Musik des Trios ist, das muss man sagen, trotz der Elektroelemente keine Tanzmusik per se. Und wenn das Münchner Publikum mal nicht tanzen kann, dann redet es halt, zum Leidwesen derer, die die Musik gerne genießen möchten. Denn The XX machen Musik, in die man versinken kann, träumen und dabei gedanklich wegdriften, über den Text philosophierend abtauchen ins eigene Gedankenuniversum.

Schön ist die Lichtshow, Leuchtstrahler und weiße XX –Strahlen, die den sphärisch-synthielastigen Klängen noch mehr Tiefe verleiht und Raum gibt. Dazu kommt der Bass bei Infinity oder der Zugabe Stars, der einem wortwörtlich zum Erschauern bringt und einem das Gefühl bereitet, man sei der Musik mit jeder Pore des Körpers ausgeliefert.

Freitanzen können sich die Teenies im Publikum dann bei der letzten Zugabe, die allerdings vom Band kommt: Ein Remix des Florence And The Machines Cover You’ve Got The Love. Auf einigen Gesichtern zeichnet sich dabei das Gefühl einer Erlösung ab, das Aufwachen aus einer tranceartigen Starre, die während des Konzerts immer mehr um sich gegriffen hat. Text: Christine Bulla, Fotos: Eva Deinert

 




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