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Eels: München
Sunday, 12 September 2010 15:02
Das Gesicht zwischen Bart und Bandana gehört Mr. E von den EelsDer kautzige Mr. E hat einen wundersamen Humor und versteht sich in kompletten Neuinterpretationen seiner Songs wie kein anderer. Das beweist er erneut bei seinem Auftritt der Eels in der frühzeitig ausverkauften Tonhalle in München.

So ein skurriles Vorprogramm bekommt man wohl nur bei einem Auftritt der Eels zu sehen. Oder wer kann sonst schon von sich behaupten, mal unfreiwillig einer traurig-peinlichen Bauchredner-Performance beigewohnt zu haben, bei der man denkt, man sei auf Tante Gretes Goldener Hochzeit? Im Anschluss folgt der angekündigte Auftritt von Alice Gold, die bewaffnet mit einer E-Gitarre sehr leidenschaftlich in einer musikalischen und optischen Mischung aus Sheryl Crow, Shakira und Bonnie Tyler ihre rotzigen Songs vorträgt.

Dann: Eine instrumentelle Version von When You Wish Upon A Star, bei der man sofort Bilder vom Disney Schloss im Kopf hat. Aber Prinzessinnen gibt es diesen Abend nicht zu sehen, denn es betritt Marc Oliver Everett, alias Mr. E, alias Eels die Bühne. Im weißen Overall mit schwarz-weißer Bandana, Sonnenbrille und einem Bart, wegen dem man ihn leicht mit jüngeren ZZ-Top verwechseln könnte.

Mit Daisys Of The Galaxy beginnt er solo an einer hellblauen E-Gitarre sein Programm. Zum zweiten Stück bittet er seinen Kollegen Chet an der Steel Guitar hinzu und nach und nach baut sich die Band auf, bis fünf Männer in Anzügen, mit Sonnenbrillen, Bärten und diversen Kopfbedeckungen die Bühne in Besitz genommen haben.

Die ersten zwei Drittel der Show schießt Mr. E ein Feuerwerk an Songs ab. Wie Perlen reihen sie sich auf einer Kette auf, Verschnaufpausen bietet er seinem Publikum nicht. Außer einem "Yeah" oder einem "Yes" gibt es nichts zu sagen. Und musikalischen Stoff hat er genug: viele eigene Alben mit sehr persönlichen Songs, inhaltlich positives und auch tieftrauriges, von eigenen Schicksalsschlägen geprägt und auch Cover, z.B. von Summer In The City. Zu Summertime von Gershwin wirft Everett passend zum Titel Wassereis in die Menge, ein weiteres Beispiel für seinen seltsamen Humor.

Dann ist es Zeit für die Begrüßung und er stellt seine Bandmitglieder in ironischer Art und Weise vor vor. Wie ausgewechselt geht es danach mit der Show weiter. Fast jedem Stück gibt er eine neue Note, - dabei ist alles  sehr gitarrenlastig - sei es mehr Rock’n’Roll, mehr Punk, mehr Blues oder auch mehr Western-Sound, so dass man sehr auf den Text achten muss, da einem die Melodie fast keinen Hinweis mehr auf den Song gibt. Hits wie Mr. E’s Beautiful Blues, werden in einer Twist And Shout Version dargeboten, gefolgt von einem sehr rockigen I Like Birds. Stücke, die das Publikum begierig aufnimmt und teilweise wild betanzt. "Dankeschön, meine Schatzi" freut sich Mr. E.

Souljacker (Part 1) kann getrost als einer der Höhepunkte der Show genannt werden. Um so lustiger, dass Everett hier den Gitarrenpart dem Kollegen lässt und nur eine Rassel bedient. Eine fast minutenlange Kunstpause wird eingebaut, in der ein Gitarrenakkord und ein immer treibenderes Schlagzeug den Beat bestimmen.

Nach einigen Zugaben verabschiedet sich die Ausnahmeband. Mit einem Schlaflied. Guten Abend, Gute Nacht. Text: Christine Bulla, Fotos: Alexander Sobolla





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