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Junip: München
Tuesday, 28 September 2010 20:25

Junip"First show in Munich, first Album. All is first", so kündigt Jose Gonzales den Auftritt seiner Band Junip im vollen Münchner Atomic Cafe an. Flo und Tine vom LAXMag haben sich für euch unters Publikum gemischt und den wunderschönen Songs der Schweden gelauscht.


Junip haben mit ihrem Bühnenbild eine behagliche Wohnzimmeratmosphäre geschaffen: ein ausgeblichener Perserteppich, auf dem Schlagzeug, Trommeln, Kuckucksuhr, Synthiepult und eine Topfpflanze ihren Platz finden. Dazwischen Gitarre und Bass, Schildkrötenlampen, ein Globus und kleine Diskokugeln, die die Bühne in ein behaglich-kuscheliges Licht tauchen.

Dann geht es los. Es dröhnt und vibriert. Endlich die ersten Töne von Rope And Summit. "We've got our rope and summit, but we need to wake up, baby wake up" singt Jose Gonzales mit geschlossenen Augen, komplimentiert mit seiner zarten schwebend-hohen Stimme das wummernde Dröhnen. "Wach auf", denkt man sich zuerst, als man den in Trance versunkenden Sänger beobachtet. "Hör bitte nie wieder auf zu singen", als nächstes. Dieser Eindruck bleibt das komplette Konzert über, zu schön sind die Songs, die Junip präsentieren.
Melancholisch, traumhaft, da schließt man gerne selbst die Augen und gibt sich der Musik hin. Without You, Always, It’s Alright, Sweet & Bitter - Junip spielen fast ihr komplettes Debütalbum Fields durch. Alle Songs gewinnen durch Aufstockung der Band auf fünf Mannen an Tiefe und Klangspektrum. Synthietöne, Akustikgitarre, Trommeln, Bass, Schlagzeug und ab und an die Klänge einer Blockflöte vermischen sich zu einer psychedelischen-Indie-Pop-Decke, in die man sich allzu bereitwillig einwickeln lässt.

Mit In Every Direction verabschieden sich Junip viel zu früh, kommen aber für zwei Zugaben erneut auf die Bühne, ehe sie ihr begeistertes Publikum so verlassen, wie sie es entführt haben: Mit einem wohligen Dröhnen. Der Kreis schließt sich. Christine Bulla


 

Angefangen hat alles mit vielen bunten Bällen, die eine Straße hinab sprangen. Als der Schwede mit dem spanischen Namen den Song Heartbeats seiner Landeskollegen coverte und dieser im Werbespot einer bekannten Firma für Unterhaltungselektronik zu hören war, hatte sich Jose Gonzales in die Herzen aller Singer-Songwriter Fans gesungen.

Im Verborgenen blieb, dass er eigentlich schon seit Jahren eine Band mit Jugendfreunden hat - eben diese war und ist Junip, doch vorerst sollte er weiter auf Solopfaden wandern. Anscheinend hat dies weder Freundschaft noch Band zum Zerwürfnis gebracht - zu unser Aller Freude. Denn obwohl das Marketing ganz deutlich angab, dass nun Junip + Jose Gonzales spielen wird, blieben die Solostücke eingepackt und man hörte im Atomic Café auch niemanden nach Heartbeats grölen.

Umso besser, denn was Junip im Vergleich zu Gonzales' eigenen Songs öfter glückt, ist, ihrer Musik eine ganz andere Tiefe zu verleihen. Obwohl über allem seine Stimme schwebt, die immernoch wie Milch und Honig runter geht, wurden die Bässe deutlich aufgedreht und füllten den Raum mit einem energetischen Vibrato.

Das besondere an diesem Abend war, dass die Band das Kunststück verbracht hat, ein Gefühl von Geborgenheit und Sturm gleichzeitig zu projezieren. Florian Tenk

Fotos: Florian Tenk

 

(27.09.2010)

 




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