Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Live»Mystery Jets: München
Mystery Jets: München
Tuesday, 05 October 2010 18:47

Myster Jets im Atomic CaféEs war ein mal ein kleiner Junge, der den Traum hatte, ein Rockstar zu werden. Doch leider stand ihm eines im Weg, denn er leidet seit Geburt an Spina Bifida. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem besten Freund, startete er im zarten Alter von acht Jahren seine erste Band. Aus dem Junge wurde ein Mann und aus dem Traum Realität. Nein, keine neue Tragik-Komödie, sondern live, das Leben - in Farbe und 3D. So gesehen am 04. Oktober im Münchner Atomic Café.

Den Anfang an diesem Abend machte die Vorband Astrid Swan & The Drunk Lovers. Finnen, die Engländer in Deutschland unterstützen, lautete die Ansage der Sängerin. Und das machten sie auch ganz passabel. Stimmlich etwas an die Sängerin von Metric erinnernd, spielte sich die Truppe durch Indie-Pop und machte das Warten auf die Mystery Jets recht kurzweilig. Leider war der optische Genuss ein wenig getrübt und abgelenkt von dem Gitarristen, der so verkrampft an seinem Instrument hing, als würde es ihn jeden Moment in Stücke reißen.

Nach einer etwas beschwerlichen Umbaupause erklang nach fast einer Stunde sphärischer Sound aus dem Off. Der typische Glitzervorhang im Atomic Café und das passend schimmernde Mischpult verstärkte den Eindruck in einer Star Trek Folge der 80er Jahre gelandet zu sein. Die Sci-Fi Musik ging dann aber melodisch in den ersten Song über, der das Warten ordentlich entlohnt hat. Handgemachter Indie-Rock mit teilweise majestätischen Anklang.

So ging es auch von Song zu Song weiter, mal mehr, mal weniger tanzbar, aber immer recht ursprünglicher Indiesound wurde größtenteils aus dem neuesten Album Serotonin dargeboten. Dazu kommt, dass die Engländer den Dreh raus haben, abseits von musikalischen Indie-Plattitüden, ihren Stil mit einigen Spielereien und hymnischen Melodie-Parts zu verfeinern, um etwas tatsächlich besonderes daraus entstehen zu lassen.

Man weiß vielleicht nicht so genau warum, aber irgendwie muss man die vier Jungs einfach sympathisch und die Musik gut finden. Sei es der Sänger, den man kaum hinter seinen Haaren erkennt, der zappelnde Bassist oder der geniale Gitarrist mit den flinken Händen - sie übermitteln alle Freude an der Musik, Natürlichkeit und gleichermaßen auch, dass sie ihr Handwerk sehr gut beherrschen. Vielleicht ist es diese Mischung, die den Spaß bei den Konzerten der Mystery Jets ausmacht. Text: Florian Tenk/Fotos: Itje Kleinert




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare