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Trentemøller: München
Thursday, 14 October 2010 13:37

Anders Trentemøller Nach langer Abwesenheit von den Bühnen scheint Anders Trentemøller nun wieder in Topform und spielwillig zu sein. Den Auftakt, nach Jahren der Deutschland-Abstinenz, gab er im März in Hamburg, damals noch in gewohnter DJ-Manier. Nun ist er innerhalb kurzer Zeit sogar zwei Mal in München gewesen. Dieses mal allerdings mit einem neuen Album und auch einem erneuerten Musikstil.

So geheimnisvoll seine Musik manchmal sein mag, genauso wurde auch die Bühnendekoration dieser Art ausgewählt: Aus drei langen Leisten bestehend und mit einzelnen Stoffbändern durchzogen, erhob sich Anfangs eine Barriere zwischen den Musikern und dem Publikum und so wurde der erste Song quasi hinter Gittern gespielt. Nach und nach wurden diese Barrieren gesenkt, um unter Jubelrufen den Blick auf Anders Trentemøller und seine Band freizugeben.

Freie Sicht auf diesen Künstler zu haben, hat sich als sehr wichtig heraus gestellt. Der Multi-Instrumentalist und Perfektionist dreht in atemberaubender Geschwindigkeit mit viel Geschick an seinen Reglern, spielt auf etwas, das aussieht wie ein geschrumpftes Piano oder haut mit Claves auf andere, nicht identifizierbare, Instrumente ein, dass man mit dem Staunen nicht mehr aufhören kann. Neben der Freude an seiner Musik, kann man sich genauso seines Bildes erfreuen. Wie man es nur sehr selten bei anderen sieht, ist dieser Mensch so stark mit seiner Kunst verbunden, dass man die beiden eigentlich nicht getrennt von einander betrachten kann.

Zu Hören gab es an diesem Abend die Stücke aus seinem neuen Album Into The Great Wide Yonder. Im Vergleich zu seinem bisherigen Schaffen, hat sich der Däne stark weiterentwickelt. Wie er auch bei Veröffentlichung seines neuesten Werkes betonte, wollte er keinen Abklatsch von The Last Resort machen. Beibehalten hat er die elektronischen Elemente, das Organische, Dunkle. Doch nun sind verstärkt typische Band-Instrumente wie Gitarren und Schlagzeug zu hören. Auch wenn viele neue Songs auf der LP recht träumerisch anmuten, wurde der Tanzspaß bei dieser Live Performance um keinen Deut getrübt.

Im Schlepptau hatte er sogar Marie Fisker dabei, welche die Gesangsparts auch schon bei den Aufnahmen beisteuerte. Die neue Mischung aus Gesang, Gitarren und Elektro schien auch beim Publikum sehr gut anzukommen, so verschieden und teilweise auch untypisch die Besucher der Theaterfabrik waren, so viel getanzt und gejubelt wurde auch. Man konnte Anders Trentemøller deutlich anmerken, wie sehr und aufrichtig er sich über die Begeisterung freute - und dies ist der krönende Sympathiepunkt für diesen perfekten Auftritt. Text und Fotos: Florian Tenk

 




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