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Fu Manchu: München
Thursday, 08 November 2007 15:00

Fu Manchu sorgen für Nackenschmerzen

 

Mit dem Headbangen ist es wie mit einem alten Bekannten: Man merkt erst, wie sehr man ihn vermisst hat, wenn man ihn nach längerer Zeit wieder sieht. Und man staunt, wie viel Spaß man doch nach all der Zeit noch miteinander haben kann. Beim Konzert von Fu Manchu im Münchner Backstage haben jedenfalls viele Jungs ihre modischen Kurzhaarschnitt verflucht und sich eine gescheite Matte gewünscht.

 

 

Guter, alter Stoner-Rock! Schwer und ölig kommt er aus der Kehle von Scott Hill, der mit seinem knappen halben Meter glattem Spaghettihaar auf jeden Fall die richtige Frisur für seinen Job hat. Aus dem Auge des Hurricances kommt die neue Platte des südkalifornischen Quartetts, so möchte es zumindest das Cover von We must obey mit dem Wirbelsymbol andeuten, das als großes Banner auch die Tourbühne schmückt.

 

Der Vergleich mit einer derart spektakulären Naturgewalt ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen. Stiernackiger Heavy Rock, das ist es, womit Fu Manchu das Backstage zum Toben bringen, nicht mehr, nicht weniger. Zum Beispiel mit alten Hits wie Boogie Van, King of the Road und Godzilla. Alle können mitsingen. Die Gitarrenriffs sind simpel gestrickt, die vielen Soli bezeichnend für den Sound. Aber was heißt hier eigentlich Soli? Vor allem die Gitarrenduette, das brummende und tosende Zwiegespräch zwischen Leadinstrument und zweiter Stimme, zeichnet die vielen jamartigen Passagen des Konzerts aus. Tief muss das klingen, sich durch die ruhigen Passagen schleppen und im Uptempo kreischend aufheulen.

 

Die neuen Titel sind aus einem ganz ähnlichen Metall gegossen. Frontmann Scott Hill stimmt "We must obey" an, seine Augen himmelwärts gerichtet steht er im Lasergewitter. Psychodelische Klangeffekte entlockt er seinem Instrument, Hall klingt über das Mikro. Hill ist der Hohepriester des Wüstenrocks. Doch kaum ist ein Song zu Ende, nehmen Fu Manchu eine ganz andere Haltung ein. Sie sind die Naturburschen aus Amerikas Südwesten und plaudern harmlos. Dabei wirken sie in ihren geringelten Polo-Sweatern irgendwie altmodisch. Nicht auf hippe Retro-Art, sondern sympathisch unprätentiös. Fu Manchu, das ist starker Filterkaffee im Latte-Macchiato-Zeitalter: Auf angenehme Weise bodenständig - und wach macht's auch. (Petra Schönhöfer)


(07.11.2007)




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