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The Gaslight Anthem: München 2010
Sunday, 07 November 2010 16:48

The Gaslight Anthem in der Tonhalle, MünchenIm Februar 2009 spielten The Gaslight Anthem vor 200 Leuten im 59:1 ein unvergessenes Clubkonzert. Schon damals war zu ahnen, dass diese Punkrocker aus New Jersey bald derart durch die Decke gehen werden, dass ich mich außerordentlich geehrt fühlte "eine Band, die bald große Konzerthallen füllen wird, noch einmal in einem frühen Entwicklungsstadium erleben zu dürfen". Auch wenn es vielleicht ein wenig aus dem Fenster gelehnt ist, sich selbst zu zitieren, möchte ich dennoch nicht ohne Stolz sagen: Ich hab Recht behalten. Nun eineinhalb Jahre später standen Brian Fallon und seine Jungs in der ausverkauften Tonhalle vor mindestens 2.000 Leuten auf der Bühne. Und rockten, als wäre es noch immer ein kleines Clubkonzert.

The Gaslight Anthem hatten gleich zwei Supports dabei: Sharks aus England, eine junge Punkrockband, deren Sänger mit seiner rauchig-tiefen Stimme beeindruckte. Seine Klangfarbe ist wirklich außergewöhnlich und geschaffen für dreckigen Gitarrenrock, obwohl er (noch) nicht jeden Ton trifft. Der zweite Support war Country-Sänger Chuck Ragan aus Kalifornien. Außer seiner Gitarre hatte er noch einen Violinisten dabei, der fidelte als gäbe es kein Morgen mehr. Gemeinsam legten sie den emotionalen Grundstock des Abends und waren zugleich die Ruhe vor dem Sturm. Chuck Ragan begeisterte das Publikum, wurde bejubelt wie ein Hauptact und vollkommen zurecht um eine Zugabe angefleht.

Danach kamen The Gaslight Anthem auf die Bühne. Mit The Spirit of Jazz, Boxer vom aktuellen Album American Slang und Meet Me by the River's Edge von The '59 Sound eröffneten die Punkrocker den Abend. Mit jedem Song stieg die Stimmung vor und auf der Bühne sichtbar. Nach fünf, sechs Liedern hat sich ein so breites Grinsen auf Brian Fallons Gesicht festgesetzt, dass für die nächsten 15 Lieder nicht mehr weggehen wollte. The Gaslight Anthem hatten offensichtlich so unglaublich viel Spaß beim Spielen, dass sie einfach nicht mehr aufhören wollten. Dabei gaben sie alle Hits von allen drei bisherigen Alben zum Besten: Bring ist on und The Diamond Church Choir von American Slang", Old White Lincoln und „High Lonesome" von The '59 Sound sowie 1930 und Angry Johnny And The Radio von Sink or Swim. Bei I'da Called You Woody, Joe stimmte Brian Fallon zunächst den Ben-E-King-Klassiker Stand By Me an. Als es dafür vereinzelte Buh-Rufe gab, musste er sich totlachen, bevor er weitersingen konnte. Zwischendrin gab sich er sich recht gesprächig, erzählte davon, dass sie jeden Abend schauen, welche Songs passen und dann einfach drauflosspielen. Nach einem schier unendlichen Set von 20 Songs gab's nochmal nicht weniger als sieben Songs obendrauf. Nach jedem Song ging ein zufriedenes "Hach, war das ein schöner Abschluss" durchs Publikum, doch Gaslight Anthem setzten immer noch einen drauf. Auf American Slang folgte Film Noir, darauf Casanova, Baby. Als wäre das nicht schon ein perfekter letzter Song gewesen, gaben die New Jerseyer noch Here's Lookin' At You, Kid zum besten. Doch auch mit der emotionalen Ballade wollten sie das Publikum noch nicht nach Hause schicken und gaben mit Boomboxes And Dictionaries nochmal Gas und holten auch aus dem Publikum, das sichtlich leergetanzt, schweißgebadet und schon seit mehr als acht Songs vor Seligkeit lächelnd vollkommene Zufriedenheit erlangte hatte, das Letzte heraus. Mit The Backseat war dann wirklich das Ende erreicht und keine Wünsche mehr offen.

Trotz ihres sensationellen Erfolgs und raketenhaften Aufstiegs innerhalb kürzester Zeit, schaffen es The Gaslight Anthem durch ihre sympathische Art und ehrliche Herzlichkeit dem Publikum das Gefühl zu vermitteln, in einem kleinen Club zu stehen und mit den Freunden auf der Bühne ein sensationellen Abend in trauter Runde zu haben. Daran hat sich nichts geändert – egal ob 200 oder 2000 Leute beim Konzert sind! Und das können nicht viele Bands von sich behaupten, die eine ähnliche Karriere gemacht haben! The Gaslight Anthem sind eine absolute Liveband, die sichtlich Spaß dabei hat, dem Publikum eine gute Zeit zu geben. Und keiner kann so schön grinsen beim Gitarrespielen wie Brian Fallon.

Texte und Bilder: Eva Deinert

06.11.2010

 




Jenny 2010-11-09 12:37:21

Awesome concert!
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