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Angus & Julia Stone: München
Tuesday, 16 November 2010 00:00

Angus & Julia StoneKaum sechs Monate ist es her, dass Angus & Julia Stone zuletzt in München auftraten. Auf Grund dessen stellt sich nun weniger die Frage, wie das werte Geschwisterpaar denn live so klinge, sondern eher - und damit viel spannender - was sich in den letzten sechs Monaten bei den beiden getan hat.

Der Hype um die Australier, der sich in letzter Zeit entwickelt hat, ist unverkennbar und holzhammermäßig dargeboten. Kaum ein Tag vergeht in den Kreisen der Zielgruppen, an dem man nicht von Musikvideos der beiden, via Facebook Posts, verschont bliebe. Und auch die räumlichen Bedingungen haben sich geändert: Wo damals das Atomic Café ausverkauft gewesen wurde, war es nun das Backstage Werk. Angesichts der Menschenmenge kam man nicht umhin sich zu Fragen, ob Folk inzwischen tatsächlich das neue Blau ist.

Nachdem die letzten Takte des ersten Songs verklungen waren, und ein lässiges "How are you doin' guys" von Julia unter Euphorie beantwortet wurde, war deutlich, dass sich tatsächlich Einiges getan und das Duo sich nicht auf ihrem neuen Ruhm ausgeruht hat. Die Arrangements klangen nun viel dichter und ausgefeilter, man hat sich zusätzlich eine Multi-Instrumentalistin mit ins Boot geholt, die viele Songs mit Violine und Querflöte verfeinert hat und auch das musikalische Können schien an diesem Abend mehr auf den Punkt gebracht als noch im April.

Darüber hinaus musste man es den Veranstaltern von Sonntag Abend einfach lassen, dass der Sound ziemlich perfekt abgemischt war und dadurch voll und so warm durch die Reihen wehte, dass man am liebsten mit jeder angezupften Gitarrensaite mitgeschwungen wäre.

Was das Konzert aber so richtig besonders gemacht hatte, war der unglaubliche Charme Julias und die kleinen Anekdoten der beiden zu ihren Songs. Wie zum Beispiel jene über den Wedding Song, den die beiden nur live spielen und zuletzt gespielt hatten, während sich tatsächlich ein Pärchen direkt vor der Bühne verlobt hatte, was anscheinend nicht enden wollende Tränenströme und eine anschließende Kussorgie verursachte. Julia schloss die Erzählung mit den Worten "I get easily distracted" ab und betonte damit, dass dies keine Aufforderung gewesen wäre, sich auch an diesem Abend bei ihrem Konzert zu verloben.

Nachdem alle erdenklichen Wechsel zwischen den Instrumenten und dessen Spieler vollzogen schienen, war es bei der zweiten (!) Zugabe wieder die schnörkellose Essenz des Konzertes, die den Abschluss bildete: Angus & Julia Stone, ohne Action, ohne Mitspieler, nur zwei einfache Menschen mit ihren Gitarren. Text: Florian Tenk, Fotos: Itje Kleinert




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