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The Drums: München 2010
Sunday, 21 November 2010 23:28

the_drums_titel.jpgDie meistgestellte Frage in München lautete diese Woche wohl: "Und? Wo gehst du am Samstag hin?" Am 20.10. waren schließlich gleich zwei der heißesten Musikexporte aus New York City in München zu Gast - nur leider an verschiedenen Orten. Während Vampire Weekend in der ausverkauften Tonhalle ihr neues Album Contra endlich live präsentierten, mussten The Drums im Backstage Werk beweisen, ob der Hype rund um ihr Debüt-Album nicht doch übertrieben war.

Mit Let's Go Surfing hat die inzwischen zum Trio geschrumpfte Band vor einigen Monaten den Gute-Laune-Hit des Jahres abgeliefert, und konsequenterweise beim letzten München-Besuch blitzschnell das Atomic Café ausverkauft. Viele Fans, die damals keine Karten mehr bekommen haben, konnten sich nur damit trösten, dass The Drums im Herbst noch einmal in die Landeshauptstadt kommen. Dementsprechend war trotz der Konkurrenz aus der eigenen Heimat das Backstage Werk gut gefüllt und die Fans gespannt wie die Flitzebögen. Ein Blick ins gut gestylte, überwiegend jugendliche Publikum ließ vermuten, dass ein Münchner Friseur den Jonathan Pierce-Haarschnitt in einer Sonderaktion zum halben Preis angeboten hat.

Für alle, die das Club-Konzert im Sommer bereits gesehen hatten, boten The Drums abgesehen von ihrem neuen Live-Gitarristen keine großen Überraschungen. Wer die Band an diesem Abend jedoch zum ersten Mal sah, konnte sich an der exaltierten Show von Jonathan Pierce erfreuen. Mit hypnotischem Blick tanzte der Sänger über die Bühne, nur um im nächsten Moment für Sekunden in der Bewegung festzufrieren. Mit ausreichendem Sicherheitsabstand zum Takt zuckte und zappelte er sich durch den Set und lenkte dabei gekonnt davon ab, dass The Drums zwar den Mega-Hit des Sommers geschrieben haben, das restliche Werk aber mit einigen Ausnahmen doch leider recht gleichförmig erscheint.

Höhepunkte setzten an diesem Abend vor allem I Need Some Fun In My Life, bei dem Pierce auch endlich erstmals mit der Publkumsreaktion zufrieden schien, sowie das großartige Down By The Water, das als letzte Zugabe einen gewaltigen Schlussakt bildete. Dennoch bleibt nach diesem äußerst kurzweiligen Konzert die Frage, wie der Abend ohne Jonathan Pierces Hang zur Selbstdarstellung verlaufen wäre. Denn ob The Drums das musikalische Potenzial haben, auch mit dem nächsten Album noch für ausverkaufte Konzerte zu sorgen, ist sicher fraglich. Text: Bettina Koch/Fotos: Itje Kleinert


20.11.10

The Drums:

Patrick Cleandenim:

Two wounded Birds:




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