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Kings Of Leon: München
Saturday, 11 December 2010 16:04
Die Followill-Brüder vor 14.000 Fans Innerhalb von sieben Jahren brachten sie fünf Platten heraus, die vorletzte stellten sie 2009 in nur drei deutschen Städten vor - leider keine davon in Bayern. Mit ihrer frischen Neuveröffentlichung Come Around Sundown kamen Kings of Leon nun endlich in die Münchner Olympiahalle, erwartet von etwa 14.000 Fans.


Noch vor ein paar Jahren schien ihre Devise zu sein, erst ab einer Haarlänge mit der Bezeichnung „kinnlang“ zu spielen. Diesen Weg gehen nun The Whigs, drei amerikanische Burschen aus dem etwas weiter südlich gelegenen Athens in Georgia, welche den Abend eröffneten. Der Sänger Parker Gispert schaut ein bisschen aus wie Bon Jovi, klingt aber weniger nach Maistream und mehr alternative als classic. Offensichtlich kommt es gut an, denn schon seit knapp drei Jahren touren sie zusammen mit Kings Of Leon sowie Black Rebel Motorcycle Club oder The Black Keys.

Es ist jedoch eine kratzige, heisere Stimme, die das Publikum so zahlreich in die rasch ausverkaufte Olympiahalle lockte. Caleb Followill ist sich da seines „Talents“ durchaus bewusst, welches er von Anfang an gut einzusetzen wusste. Seit ihrem Debüt Youth and Young Manhood entwickelten sich die vier Followills jedoch stark weiter, verließen die 70er Jahre-Schiene (sowohl musikalisch, als auch, was die Klamotten betrifft) und ließen sich die Mähne schneiden. Der Longplayer Come Around Sundown klingt noch um einiges erwachsener als Only By The Night von 2008, auch wenn der große Hitsong diesmal ausblieb. Verkehrt ist das allerdings nicht, denn auch 3-4 Lieder wie beispielsweise Sex On Fire oder Use Somebody reichten auch, um den Gelegenheitsfan zu erkennen. Dieser grölte ganz plötzlich mit und pogte durch die Menge, um beim nächsten Lied, das pre-2008 entstanden ist, zum absoluten Stillstand zu gelangen.

Auch die Performance der Band hat sich verändert. Wer sich Ruhm und Namen bereits erspielt hat, braucht sich auf der Bühne anscheinend nicht mehr besonders anzustrengen. Bis auf einige wenige Sätze, die der Frontmann aus sich herauskrächzte, blieb der Gig ohne einen direkten Publikumsbezug ziemlich statisch und starr. Musikalisch konnte man den Followills jedoch nichts vorwerfen, mit Knocked Up oder On Call konnten sie ihr außergewöhnliches Beherrschen des Southern Rock unter Beweis stellen. Die Auswahl der Setlist ließ zwar einiges zu wünschen übrig - The Bucket oder Taper Jean Girl wären bestimmt nicht verkehrt gewesen - aber mehr als ein Drittel der über 60 veröffentlichten Songs hat innerhalb der 90 Minuten keinen Platz. Einzig an der Lichtshow war nichts zu bemängeln: warmgelbe, symmetrisch aufgebaute Lichtkästen leuchteten mal stärker, mal schwächer im Hintergrund, während große, kühlere Scheinwerfer für die passende Lebhaftigkeit in der Mitte sorgten.

Nach eigener Ansage war Caleb Followill am dem Abend erkältet, er wolle den Fans dennoch eine großartige Show geben, sagte er. Gravierend konnte es aber nicht sein, denn es steht offen zur Frage, ob überhaupt ein Unterschied in der Rauigkeit seiner Stimme zu bemerken war. Auch hielt dies den Sänger nicht davon ab, einen Schnaps nach dem anderen in sich hineinzukippen, nur um die Shotgläser anschließend in die Menge zu schmeißen - das dürfen wohl die großen Rockstars so. Sex, Drugs and Rock'n'Roll: die Devise der 70er Jahre schienen Kings Of Leon weiterhin zu befolgen. So viel hat sich aus ihrer ursprünglichen Einstellung zur Musik nun also doch nicht verändert. Edyta Sikorska


(06.12.2010)


Setlist:
Crawl
Molly‘s Chambers
Radioactive
Fans
Mary
The Immortals
King of the Rodeo
The End
No Money
Four Kicks
Notion
Pyro
On Call
Back Down South
Manhattan
Knocked Uo
Use Somebody
Closer
Sex on Fire
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