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Junge Existenzialisten, die ihre Verzweiflung in sperrige Bluesschönheiten packen, werden erwachsen: Feste Beziehungen statt Lesenächte mit Dowstojewski und der Wunsch nach einer "Weiterentwicklung". Mit sich selbst im Zwiespalt präsentierten die Cold War Kids im Münchner Backstage ihre frische, Charts-orientierte Platte Mine Is Yours vor etwa 500 Leuten.
Unter "Weiterentwicklung" verstehen die Cold War Kids Chartplazierungen und größere Konzerthallen. Jacquire King heißt der Mann, der‘s richten soll. Der Produzent, der die letzten beiden Alben der Kings Of Leon inklusive Folgen zu verantworten hat und auch schon für Norah Jones und Tom Waits hinter dem Mischpult stand. Der dritte Langspieler Mine Is Yours versucht sich musikalisch einem glatteren Popsound zu nähern, textlich neigt man zuweilen zum Kitsch.
Doch wie wird das ganze auf der Bühne ausarten? Wird wie auf dem Album die Unentschlossenheit, der Zwiespalt zwischen dem was man ist und dem, was man sein möchte eskalieren?
In einer ausverkauften Backstage Halle mit etwa 500 Zuschauern wurde man von dem Duo Wye Oak begrüßt. 21st-Century-Folk mit unaufdringlichen Melodien und elektronischen Einlagen. Besonders die Vorab-Single Civilian des gleichnamigen im März erscheinenden neuen Albums ließ viel von der Band aus Baltimore erwarten. Civilian heißt das Werk, da jeder nun mal normal sein wolle, es aber nicht wirklich ist, so die Sängerin Jenn Wasner. Wye Oak sind nicht normal, schon allein durch Andy Stack, der Orgel und Schlagzeug gleichzeitig bespielt.
Die Cold War Kids wurden mit schreienden Chören erwartet und begannen ein etwa einstündiges Set mit Schwerpunkt auf dem neusten Werk. Bei dessen Songs wie Finally Begin oder Louder Than Ever zeigte sich auch das Publikum textsicher, sicherer als bei älteren Liedern. Die vier Kalifornier spielten routiniert, solide, mit wenig Ansprachen zur Menge. Gitarrist Jonnie Russel und Bassist Matt Maust sprangen wild auf der Bühne umher und zügelten sich selbst, nachdem sie beinahe aneinander gerate waren.
Kleine, schüchterne Gesten des Sängers Nathan Willet umrahmten sein Spiel an der Gitarre oder dem Piano. Flüchtig wurde er vom Bassisten an der Schulter angesupst, als ob er an etwas erinnert werden sollte: Mehr Kontakt zum Publikum? Weniger Zurückhaltung? Sein rauer Gesang bescherte Gänsehaut, der EP-Song Santa Ana Winds und Hospital Beds, die Highlights des Abends, waren mehr als nur Lieder einer kleinen Band auf einer kleinen Bühne, vielmehr Funken der Großartigkeit, die diese Quartett in sich birgt. Durchweg beeindruckten die Teile des Erstlings Robbers & Cowards mit ihrer gehaltvollen Emotionalität, sowohl auf Platte als auch live. Tosender Applaus wurde mit einer einzigen Zugabe belohnt. We Used To Vacation mit den Zeilen: I promised to my wife and children / I'd never touch another drink / as long as I live, ließ jeden mitsingen.
Man verlässt das Konzert mit gemischten Gefühlen. Gerne möchte man die Cold War Kids das nächste mal in dem größeren Backstage Werk begrüßen, aber was möchte überhaupt die Band? Text: Max Ginter, Fotos: Edyta Sikorska
Setlist Royal Blue Finally Begin Maxican Dogs Red Wine, Success! Skip The Charades Hang Me Up To Dry Dreams Old Men Dream Louder Than Ever Cold Toes On The Cold Floor Audience Bulldozer Santa Ana Winds Hospital Beds Flying Upside Down I‘ve Seen Enough Sensitive Kids --- We Used To Vacation
Absolut kostenlos und legal kann man die Cold War Kids Live EP bei daytrotter.com runterladen.
(12.02.2011)
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...