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Darwin Deez: München
Friday, 11 March 2011 18:32

d_d.jpgMit  Radar Detector landeten Darwin Deez einen der Top-Indie-Ohrwürmer des letzten Sommers - ob die Geek-Band aus New York dabei nur den Ruhm eines One-Hit-Wonders erreicht hat, bleibt noch abzuwarten. Zumindest am 10.03. spielten sie in der Backstage-Halle in Müchen vor ausverkauftem Haus und konnten die Menge innerhalb kürzester Zeit für ihre Party Time begeistern.

Party Time bedeutet: Skurrile Tanzeinlagen von Darwin samt Band, die allesamt in Satin-College-Jacken und teilweise sehr verboten kurzen Hosen auftraten, sodass die Village People sowohl in Anbetracht der Outfits als auch der Choreo ganz blass vor Neid gewesen wären.

Elfengleich flatterte und hüpfte die Band in unbeschwerter Weise über die Bühne - zeitweise sah man den Jungs deutlich an, dass sie sich gehörig auf die Lippen beißen mussten, um nicht in Gelächter über die eigene Darstellung auszubrechen. Nur der Bassist schaffte es, mit einer bewundernswerten Konsequenz, seine Lippen bis zum Schluss süffisant zu schürzen, verträumt zu schauen und dabei zärtlich und innig vertieft an den Basssaiten zu zupfen.

Wer sich nicht traute, auf das Konzert zu gehen, in der Annahme, dass das trashy Video zu Radar Detector einen Maßstab für die musikalischen Qualitäten der Band bieten könnte, dem sei hiermit eine Kopfnuss gegeben, denn: Genauso viel Liebe wie die Künstler von Darwin Deez in jedes Detail ihrer Musikvideos stecken, boten sie auch in ihrer Live-Perfomance. Viel Kreativität in den Tanzeinlagen, Treffsicherheit in den Harmonien und ein guter Sound waren nur das Sahnehäubchen. Die Band wusste es, das Publikum zu animieren, fast jeder Song wurde von den Fans mitgesungen und obendrauf konnten die Indie-Rocker mit einer enormen Bandbreite und diversen Ausflügen in sämtliche Musikgenres überzeugen. So kam es zu Tanzeinlagen zu Enya vs. Rage Against The Machine, den Backstreet Boys, Miike Snow, einer Cover-Version von Paul Simons You Can Call Me Al sowie einer grandiosen Rap(!)einlage von Frontmann Darwin, nach der auch der letzte Kritiker von der Professionalität der Band begeistert gewesen sein müsste.

Bevor Darwin Deez überhaupt die Bühne betraten, war das Konzert schon seinen Eintrittspreis (18 Euro) wert! Zunächst spielte eine junge Combo aus den UK gängigen College-Rock-Pop. Musik zum mitschaukeln, doch das Publikum war noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt und so fand die Band leider sehr wenig Gehör - ihr Sound ging in verhaltenem Gemurmel etwas unter.

Das war beim zweiten Künstler schon ganz anders: Hier konnte man sich anschreien und man würde trotzdem nichts verstehen, einen einzigen Ausweg bot die Flucht zur Gebärdensprache. An den Boxen hätte man sich die Haare in sekundenschnelle trocken föhnen können, denn knarzige Elektrosounds, Dubstep und viel Rhythmus bot Totally Enormous Extinct Dinosaurs in seiner Perfomance, bei der er das Publikum mit seinen Beats wortwörtlich wegblies. Um dem eigentümlichen Namen Ausdruck zu verleihen, trat der DJ/Sänger zunächst im Ganzkörper-Dino-Bodysuit auf, den er während des Programms noch um eine Indianerhaube erweiterte. Er verstand es definitiv, das Publikum mitzureißen, vielleicht auch Dank erlaubter Hilfsmittel, wie beispielsweise einer Konfettikanone.

Mit soviel Stimmung, noch bevor das eigentliche Konzert überhaupt angefangen hat, konnte gar nichts mehr schiefgehen: Darwin Deez waren der krönende Abschluss eines gelungenen Geek-Meet & Greets.

Party Time? Check! Text: Annabelle Bockwoldt / Fotos: Itje Kleinert

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