José González, der Schwede, der mit allen Klischees aufräumt. Wer bei Musik aus Schweden an Mando Diao oder Johnossi denkt und das Land mit großen, blonden Männern assoziiert, sollte sicherlich desillusioniert worden sein. In diesem Fall ist der Term "Desillusion" allerdings nicht negativ behaftet, denn den Zuschauern, die sich in die indie-untypische Konzertlocation Herkulessaal der Residenz wagten, wurde ein unvergleichliches Konzert geboten.
Die Songs des Sängers, mit argentinischen Wurzeln, sind ruhig. So ruhig, wie der Künstler selbst, der bei seinen Auftritten so schüchtern wirkt, dass man glaubt, er könne sich jeden Moment hinter seiner Gitarre verstecken, die er so perfekt zu zupfen weiß. Ein Glück also, dass sich José González Verstärkung mitbringen durfte: Ein circa 20-köpfiges Ensemble, namens The Göteborg String Theory, stand ihm während seines gesamten Auftritts zur Seite.
Seine Musik hatte Soundtrack-Charakter und der Herkulessaal bot eine Atmosphäre, die einem klassischen Konzert würdig war. Dennoch war es ein Konzert, mit einem Publikum, das man auf einem typischen klassischen Konzert nicht etwarten würde: Eine homogene Masse an "typisch Indie" war unter den Zuschauern vertreten. Und ebenso war auch der Auftritt des charismatischen Schweden nicht "typisch klassisch". Es war einfach nur geballte Power an Ruhe und eine atemberaubende Klangwelt, in die man abtauchen durfte. Mit unglaublicher Dynamik, betonte das Orchester die Arrangements des Sängers, sodass das Publikum für die Dauer des Konzerts in anderen Sphären schwebte und gänzlich ins Träumen geriet.
Seine Fans wussten die musikalische Reise zu schätzen und somit folgten auf den letzten Song Teardrop, einer grandiosen Cover-Version von Massive Attack, minutenlange Standing Ovations. Auch die Zugabe, Heartbeats, bei der das Publikum gänzlich in Jubel ausbrach - was angesichts der Sitzplätze und der relativ steifen Atmospähre des Konzertsaals surreal wirkte - konnte die musikhungrigen Gemüter nicht besänftigen.
José González musste eine zweite Zugabe spielen und hätte vermutlich nie mehr gehen dürfen, wären da nicht die Ordner gewesen, die irgendwann das Licht anschalteten und alle unsanft in die Realität zurückholten... Text und Fotos:Annabelle Bockwoldt
Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...