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Lykke Li: München
Thursday, 07 April 2011 15:03

Lykke LiDie schwedische Sängerin Lykke Li trat in der ausverkauften Muffathalle in München auf und überzeugte mit ihrer Ausnahmeperformance das begeisterte Publikum. Die Künstlerin hat gerade nach Youth Novels ihr zweites Album Wounded Rhymes veröffentlicht und ist damit musikalisch noch weiter in die Abgründe ihrer Seele gestiegen. Becky und Tine vom LAXMag haben sich für euch unter die Zuhörer des Konzerts gemischt.

Von der Decke der dunklen Halle hingen lange schwarze Stoffbänder, die vom Wind sanft vor und zurück gewiegt wurden. Die Show begann mit aufsteigendem Nebel und dumpfen, dröhnenden und alles verschlingenden Bassbeats, die alle Moleküle im Körper in Schwingung versetzen. So ähnlich könnte man sich den Limbus vorstellen, eine Art Vorhölle für arme, gepeinigte Seelen. Alles ist düster. Das passt zu ihrer Musik.

Zu den Klängen von Jerome ihres aktuellen Albums betrat Lykke Li Timotej Zachrisson mit ihrer sechsköpfigen Band die Bühne. Schwarz war auch die Garderobe der Musiker. Ein langer Mantel verhüllte den schmalen Körper, den die Sängerin in ein (etwas zu) enanliegendes seidig schimmerndes Gewand gesteckt hatte. Die dunkelblonden, wilden Haare trug sie offen und erinnerte so ein bisschen an eine düstere Märchenhexe. Auch ihrer Gestik und Mimik ließ eher wilde Zaubersprüche vermuten, als melancholische Songs. Manchmal wickelte sie sich in die langen Tücher ein, wie eine Raupe, die sich verpuppen und anschließend verwandeln will, oder schlug wild-rhythmisch auf die Trommeln vor ihr ein.

Die Show wurde musikalisch dominiert von Elektrobassgewummere mit düster eletronischem und analogem Schlagzeugwumms, Gitarre, viel Synthie- und Keyboardmelodien und obendrauf Lykkes unvergleichlicher Stimme. Da das ganze sehr bassdominiert war, erinnerte ihre Show eher an Auftritte von Elektro-Kolleginnen wie The Knife. Ein bisschen gingen dabei die feinen Nuancen, die unterschiedlichen Stimmungen der beiden Alben im Einheitsbrei verloren. Und das, obwohl Frau Li eine eigentlich recht gelungene Mischung ihrer beiden Platten präsentierte, und die erste doch sehr popige Stücke aufweist. An schnelle Hits wie Dance, Dance, DanceLittle Bit oder Youth Knows No Pain reihten sich die langsameren Blues Nummern wie I Follow Rivers oder Rich Kids Blues.

Dass sie auch den Song Possibilities gespielt hat, den sie auf dem New Moon Soundtrack veröffentlicht hatte und der ihr einen Popularitätsschub brachte, war sehr zum Gefallen des überwiegend weiblich-jungen und chic aber sehr uniform im Indie-Style gekleideten Publikums. Text: Christine Bulla, Fotos: Rebekka Schwarz

(06.04.2011)




MM 2011-04-08 17:45:32

"chic aber sehr uniform im Indie-Style gekleideten Publikums" aha, wird
Publikum jetzt nur noch so betrachtet und bewertet: interessant..r'n'r was ist
aus dir geworden.

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