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The Pigeon Detectives: München
Monday, 16 May 2011 20:41

The Pigeon DetectivesEinen Konzertabend, wie er spannender nicht hätte sein können, gab's am Sonntag im 59:1. Die Pigeon Detectives hatten sich angesagt. Doch als gegen 22:15 Uhr die Vorband Talking Pets die Verstärker ausstellte und die Gitarren von der Bühne räumte, gab es nichts zum Draufräumen. Denn wer zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal die Münchner Stadtgrenzen passiert hatte, waren die Pigeon Detectives.

Erstaunlich geduldig und friedvoll gab sich das wartende Publikum. Da wurde kein böses Wort gesprochen oder Bier auf die Bühne geworfen, obwohl sich die Nichtanwesenheit des Hauptbands inzwischen rumgesprochen hatte (und durch fehlendes Equipment auch überaus offensichtlich war).

Kurz vor 23 Uhr öffnete sich die Tür und von Jubel begleitet, den Roll-Koffer noch hinter sich herziehend, hielt die Band Einzug im 59:1. Dann ging es plötzlich doch noch recht schnell, die Stagehands der Band und des Veranstalters leisteten 1A-Fließband-Arbeit und hatten in Windeseile Schlagzeug, Gitrarren und Bass aufgebaut und gestimmt, und die Setlist, die auf einen Notizzettel gekritzelt war, drapiert. Kurz nach 23:15 Uhr betraten die Engländer noch in Jacken gehüllt endlich die Bühne und legten mit I Found Out die Basis für die Show ihres Lebens. Nach dem ersten Song schüttete sich Matt Bowman prophylaktisch eine Flasche Wasser über den Kopf. Nun ahnte jeder, dass die Band alles geben wollte, um das lange Warten wieder gut zu machen. Was dann kam, kann man nur so beschreiben: Das vermutlich beste Konzert des Jahres 2011.

Songs der ersten beiden Alben Wait For Me (Take Her Back, I'm Not Sorry) und Emergency (This Is An Emerency, Everybody Wants Me) standen ebenso auf Matts Schmierzettel wie einige Stücke des im Juni erscheinende Albums Up, Guards and at 'Em wie Lost, What You Gonna Do und Need To Know. Matt hangelte sich wie ein Kletteraffe von A nach B, stagedivte, sprang, sang und schwitzte als sei es das letzte Mal. Das Publikum tat ihm es gleich und vergessen war die lange Wartezeit.
Weit nach Mitternacht gingen die Pigeon Detectives von der Bühne, um dann sofort wieder für Autogramme und Fotos herauszukommen.

Wer soviel Einsatz zeigt und so ein Konzert hinlegt, trotz einer frustrierenden und anstrengenden, von Pannen geplagten Anreise-Odyssee, den schätzt man als Musiker und Mensch hinterher noch mehr.

Text: Eva Deinert, Fotos: Itje Kleinert

(15.05.2011)




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