| Fleet Foxes: Dachau |
| Friday, 27 May 2011 07:29 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der personifizierte Folk ist in den Augen der meisten ein bärtiger Mann mit Gitarre, gerne auch mit Holzfällerhemd, Wollmütze und großer Brille. So wunderte es auch fast nicht, dass es in Dachau am Merch-Stand ein T-Shirt des Vorsängers Josh T. Pearson zu kaufen gab, auf dem einzig und allein in klassischer Folk-Manier ein bärtiger Mann abgebildet war. Folk ist gerade richtig angesagt und hip, weshalb es zum Konzert der Fleet Foxes vor allem den Münchner Indie-Chic raus nach Dachau auf den Rathausplatz zog, um die teils bärtigen Mannen an Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und diversen Blasinstrumenten zu belauschen. Die Fleet Foxes sind trotz ihres weltweiten Erfolges dankbarerweise nach wie vor unprätentiöse und nette Musiker, denen man statt auf der großen Bühne eigentlich noch viel lieber im tiefsten Wald beim vertraulichen Lagerfeuer gebannt an den Lippen hängen möchte. Der Erfolg sei ihnen aber natürlich aus vollem Herzen gegönnt, denn die schönen, hymnischen, warmen, leichten und gitarrengetragenen Melodien sind zu großartig, um im Wald zu verhallen. Solche gab es auch am gestrigen Abend von der Band um Leadsänger Robin Pecknold zu hören, als sie ihre musikalischen Perlen wie Blue Ridge Mountains, White Winter Hymnial oder den Tiger Mountain Peasant Song vom Debüt-Album, aber auch neueres Material wie The Shrine/An Argument und als letzte Zugabe Helplessness Blues - mit meist mehrstimmigem Gesang - zum Besten gaben. Der Ausflug hat sich definitiv mehr als gelohnt, gab es doch ein wunderbares Konzert, wider erwarten keinen starken Regenguss ("Thanks to the clouds") und auch die Apokalypse blieb aus. Christine Bulla
"Thanks to the people who live around here", bedankte sich Bassist Christian Wargo während des Konzerts und ließ den Blick über die Fassaden des Dachauer Rathausplatzes schweifen. Sänger Robin Pecknold stimmte zu: "Right, thanks to the ... no, actually, fuck them." Ob man's glaubt oder nicht, auch mit ihrer Musik sagen Fleet Foxes ziemlich oft "Fuck them", auch wenn ihr gemeinhin als sanftmütiger, schwelgerischer Folk verklärte Sound nach ihrem zweiten Album Helplessness Blues auch "Brigitte"-Leserinnen als CD-Tipp des Monats ans Herz gelegt wird. Dass Fleet Foxes keine glattpolierte Schönspieltruppe sind, zeigte sich vor allem live. Vor der Kulisse der regenschweren Dachauer Wolken ließ das Sextett ein gewaltiges Grollen und Poltern enstehen. Oft ausgehend von einem Flüstern der Stimme, Zirpen der akustischen Gitarre, Anschwellen der dreistimmigen Gesangsharmonien bis hin zum Donnern der von J. Tillmans mit Schlägeln bearbeiteten Trommelfelle. Die Band bediente sich einer extrem breiten musikalischen und instrumentalen Palette: Mandoline und Geige, zwei zwölfsaitige Gitarren, ein achtsaitiger Bass, gedoppelt von einem Kontrabass, durchgehende Bassdrum, Fuzz-Gitarren. Beim schrägen Bassklarinetteneinsatz in The Shrine/An Argument hielt sich ein angegrauter Konzertbesucher die Ohren zu. Auf einem Fleet-Foxes-Konzert hält sich einer die Ohren zu. Dann wieder das leise Knistern der Saiten auf dem Holz der Gitarre wie bei Montezuma oder Blue Spotted Tail. Nur möglich dank der tollen Tontechnik, die es schaffte, den charakteristischen Hall des Bandsounds zu bewahren und die Musik gleichzeitig nicht verwaschen, sondern transparent und nah klingen zu lassen, selbst in den dynamischsten Passagen. Und so erlebte Dachau an diesem Abend doch noch ein Gewitter. Ein musikalisches - mit sehr leisen Zwischentönen. Christian Schober
So ein Konzert in Dachau ist immer auch eine kleine Landpartie. Man fährt mit der S-Bahn raus. Man steigt aus der Bahn und schlendert durch ein gemütliches Städtchen vorbei an lustigen Gassennamen und skurrilen Wasserspielchen. Man kehrt traditionsgemäß noch kurz in der italienischen Eisdiele auf der Straßenkreuzung ein und holt sich eine Stracciatella-Wegzehrung vorm "Aufstieg" zur Altstadt. Und wenn man die ehrwürdige Kulisse zum Marktplatz hinaufschnauft, nimmt man sich jedes Mal aufs Neue vor, vorm nächsten Open Air in Dachau das Schloss zu besuchen und bei Föhn bis nach München zu blicken. Und wenn man dann den Marktplatz erreicht hat, staunt man einmal mehr, was für eine schöne Location es doch ist, für ein Open Air Konzert, wie jenes, das man freudig erwartet. Und gleichzeitig ist klar: Hier kann nicht jeder spielen. Die Fleet Foxes können da spielen. Und als der erste Ton von The Cascades erklingt, ist das wie ein Sog, der einen mit jedem weiteren Song (Grown Ocean, Battery Kinzie, Simsala Bim, Tiger Mountain Peasant Song, Ragged Wood, White Winter Hymnal, Montezuma und und und) tiefer in eine Traumwelt zieht, die aus Gewitterwolken, Schlosskulisse, Altstadtromantik, und folkigen Akustikgitarrenklängen besteht. Und wenn die schräg-schönen (Dis-)Harmonien der zum kaputt gehen talentierten Band ertönen und Mütter erschrocken ihre Teenkids anschauen, ob das jetzt so gehört, dann breitet sich eine Weisheit über dem Publikum aus: Auch die bedrohlichen Wolken werden sich nicht trauen, diese Atmosphäre zu zerstören. Eva Deinert / Fotos: Rebekka Schwarz
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...