| Sonnenrot 2011: So war’s |
| Sunday, 17 July 2011 13:37 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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So homogen wie das Wetter war das Line-up dieses Jahr bei weitem nicht. Das unausgesprochene Motto des Sonnenrots scheint gewesen zu sein: Jede Musikrichtung muss mit. Gitarrenrock von Triggerfinger, Ska von Hoffmaestro, Punkrock von Turbostaat, Deutschpunk von Jennifer Rostock, Hamburger Schule von Kettcar, Postrock von Motorpsycho, Indiepop von The Ting Tings, 90er-Hip-Hop von Cypress Hill, Rock von Kele. Und das war nur der Freitag. Kein Wunder, dass dieses Jahr das Sonnenrot um einiges besser besucht war als 2010, denn bei dieser Auswahl dürfte nun wirklich für jedem was dabei gewesen sein. Die Bands ließen es auch richtig krachen auf der Bühne, allen voran Rampensau Jennifer von Jennifer Rostock, die so oft ficken, blasen und Brüste rief, dass wir uns gar nicht so schnell die Ohren zuhalten konnten. Gewohnt provokativ verteilte sie Bier an die ersten Reihen, verlangte vom Publikum sich in Rausch zu trinken, suchte für Bandkollegen Christoph mit "dem normalsten Schwanz der Welt" eine Frau, motivierte ein Mädchen in der ersten Reihe - im folgenden nur noch "Die Brust" genannt - ihre Brüste über die Brüstung zu hängen und traf damit anscheinend den Nerv der Abi-2011-Generation voll und ganz, denn sie wurde frenetisch für alles, was sie von sich gab, bejubelt. Ein Auftritt, der offensichtlich auch bei Kettcar, "Eindruck" hinterlassen hat, denn Marcus Wiebusch, stellte gleich am Anfang seines Sets klar: "Wir sind keine Festivalband. Wir rufen nicht 'Seid ihr gut drauf?!'. Wir sagen nicht bounced euren booty." Und als Seitenhieb setzte er noch oben drauf: "Wer möchte, kann aber seinen Dödel über die Absperrung legen." Mit 48 Stunden, Graceland, Landungsbrücken raus und Balu gab's dann nach dem ganzen elektrisierten Nachmittag ein paar schöne Durchschnaufmomente, denn der Headliner lag ja noch vor uns - oder wie es Marcus formulierte: "Wir sind ja nur die Vorband für Cypress Hill." Cypress Hill war dann eine Zeitmaschine zurück in die Neunziger und es war überaus erstaunlich, wie gut das seeehr junge Publikum sich doch mit deren Hip-Hop auskannte. Ganz groß war natürlich Insane In The Brain. Bei I wanna get high aus dem Jahr 1993 steckte sich Sen Dog zur Verdeutlichung des Songtextes einen Joint an. Und am Ende des Tages fragten wir uns, was da jetzt noch kommen soll nach Brüsten, Schwänzen, Alkohol und Drogen auf der Bühne. Das Highlight am Freitag waren aus unserer Sicht The Ting Tings, die keine Provokation jeglicher Art brauchten, um ihren Daseinsberechtigung als Headliner zu unterstreichen. Sängerin, Gitarristin und Bassistin Katie White verriet, dass das Duo in Berlin an ihrem zweiten Album, das Kunst heißen soll, arbeitet. Daraus gab es erste Stücke zu hören, die noch elektrischer sind, als die Ting Tings es bisher waren. Gefeiert wurden vom ersten Album Shut up and let me go, We walk, Great DJ und natürlich That's not my name. The Ting Tings sind live immer wieder beeindruckend, denn man sieht mit eigenen Augen, dass sie tatsächlich nur zu zweit - ok, hin und wieder auch mit Loops - diese Musik produzieren. Vom musikalischen Handwerk her einfach Wahnsinn. Am Samstag überraschten uns We Have Band mit ihrem Londoner Electro-Pop. Trotz Hitze und gefühlten 30 Grad in der Sonne, konnte bei You Came Out und Divisive keiner still stehen bleiben. Sängerin Dede Wp machte am Samstag den Anfang einer Reihe charismatischer Sängerinnen, die noch kommen sollten. Denn nach Ska und Balkan Beats von Russkaja und Balkan Beat Box folgten unsere Lieblingsisländer von FM Belfast auf die Bühne. Loa und ihre Jungs versuchten das zunächst noch träge Publikum in Mitmach-Laune zu bringen. Was am Anfang noch etwas zäh von statten ging - immerhin war es gegen 19 Uhr noch nicht wirklich abgekühlt - war spätestens nach I Don't want to go to sleep either vom neuen Album Don't want to sleep und Par Avion von How to make friends kein Problem mehr. So rannten alle vor und auf der Bühne zu Underwear den sinnbildlich einen Hügel hinab und FM Belfast ließen die Hosen runter. Zeit zum Verschnaufen blieb danach allerdings nicht, denn Parov Stelar heizten im Anschluss mit ihrem Nu-Jazz und Funk auf der großen Bühne ein. Während die einen tanzten, brachten sich die anderen vor der kleinen Bühne in Stellung: Marteria wurde heiß heiß ersehnt. Der Rapper war einer der Höhepunkte am Samstag auf der kleinen Bühne. Insgesamt war das Sonnenrot fest in junger Hand aus den umliegenden Örtchen. Doch die Nähe zum Ort Eching und die ideale Lage am Badesee lockte auch viele Familien an. Sehr viele Kinder rannten über das Festivalgelände, leider viel zu wenige mit ordentlichen Hörschutz für die Lautstärke. Was wir außerdem schmerzlich vermissten waren Mülleimer. Ja, vielleicht gehört es schon zum guten Ton seinen Müll da zu entsorgen, wo man steht. Doch wir sind sehr dafür jedem wenigstens die Wahl zu lassen. Wieso keine Mülleimer aufgestellt wurden, konnten wir trotz mehrerer Theorien (Verletztungsgefahr beim Draufsteigen, Einmalige Müllentsorgung nach Festivalende ...) nicht befriedigend lösen. Vielleicht fällt euch noch was ein? Dann schreibt es in die Kommentare. Das andere, was wir vermissten, war eine Wasserstelle im Festivalbereich. Letztes Jahr wurde sie noch mit krasser Verspätung am Abend installiert. Dieses Jahr gab es - trotz Markierung auf dem Festivalplan - erst gar keine. Nur auf dem Campingplatz. Angesichts der 3,50 EUR für Wasser, fanden wir das nicht nur schade ... Apropos Wasser. Bei 30 Grad sollte man davon ausreichend trinken. Das hat am Samstag leider nicht jeder gemacht, bzw. vielleicht gedacht, Bier hätte ja denselben Effekt. So leisteten die Sanitäter ganze Arbeit bei massenweise dehydrierten Jugendlichen. Als der "Moderator" gebeten wurde, dazu eine Ansage zu machen, ging das auch noch tierisch daneben: "Leute, ich soll euch sagen. Trinkt mehr. Bier und Schnaps. Und Wasser." Angst, uncool zu sein, angesichts einer belehrenden Ansage? Da sollte ein guter, professioneller Moderator drüberstehen. Er hat nun mal auch Verantwortung und Vorbildfunktion. Allerdings - es war der gleiche Ansager wie im letzten Jahr, da ist er bei uns ja auch schon nicht gut weggekommen - hatte er sich bereits am Freitag mit folgender Ankündigung von Kettcar ins Aus monövriert: "Und jetzt eine Band, die inzwischen in der Indieszene angekommen ist." Das lassen wir jetzt mal wirken. Vielleicht möchte im nächsten Jahr einer der Moderatoren von Ego FM, die das Sonnenrot präsentierten, diesen Part übernehmen? Etwas, das wir auch unbedingt kritisieren wollen, war die Anzahl an akkreditierten, nicht unbedingt professionellen Fotografen. Klar sind auch immer wieder Redakteure mit kleinen Kompaktkameras im Graben. Doch diesmal waren die die Regel. Das ist auch nicht weiter schlimm, wenn am Freitag ein Großteil der Partyfotografen nicht unglaublich betrunken gewesen wäre. Um mit was Positivem abzuschließen: Das Sonnenrot ist nach wie vor eines der gechilltesten Festivals. Keine langen Wege, sehr guter technischer Ablauf in den Umbaupausen, kaum Wartezeiten zwischen den Bands, alle beginnen weitestgehend pünktlich und - das Beste - zwei Bühnen, die nie parallel bespielt werden. So muss man lediglich seine Sitzposition auf der Picknickdecke ein wenig ändern, um die andere Bühen sehen zu können. Und ja, man hat Platz für seine Picknickdecke. Den ganzen Tag. Nicht etwa, weil das Sonnrot schlecht besucht wäre (in diesem Jahr waren es über 10.000 Menschen), sondern weil es einfach nie eng und beklemmend wird und genug Platz zum Rumlaufen und Rumsitzen bleibt. Text: Eva Deinert, Fotos: Itje Kleinert
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...