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Oh No Ono: München
Wednesday, 16 January 2008 15:20
Schrill, schräg und Schaumfestiger: Oh No Ono

Musikgeografisch gilt: Je nördlicher man kommt, umso innovativer die Band. Diese Regel erfüllen auch Oh No Ono, eine junge dänische Band und ein absoluter Geheimtipp. Vielleicht zu geheim, wie unsere Redakteurin Eva Deinert auf dem Konzert am 15.01. im Atomic Café feststellen musste.

 

Schrill, schräg und Schaumfestiger. Oh No Ono sind auf jeden Fall eines nicht: schubladenfähig. Ihr Sound, der sich irgendwo zwischen Glam-Rock der 80er und Electropop der Gegenwart ansiedelt, auftoupiert mit ein wenig Punk und abgeschnürten Stimmbändern, ist schwer zu fassen, aber irgendwie beeindruckend.



Wo sitzt der verdammte Synchronsprecher, der die ganze Zeit diese Alvin and the Chipmunks-Gesänge von sich gibt, während der Sänger Malthe dazu seine Lippen bewegt? Aber es gibt ihn nicht. Faszinierend blicken die 50 Gäste auf die Bühne - es hätten mehr sein dürfen. Denn was die nicht Anwesenden verpassen ist nicht nur ein Konzert. Das ist Kunst, was hier passiert. Jeder Song. Jedes Bandmitglied. Sie leben diese 80er Jahre Dauerwelle, diese psychedelischen

Oh No Ono: Ohne viele Gäste

Sweatshirts und Charly Chaplin-Hosen mit Hosenträger, diese Musik, die abstoßend, tanzbar, euphorisierend und alles zugleich ist. Schlagzeuger Kristofer bringt ein

Drum-Solo, das sogar ihn selbst nicht mehr auf den Stühlen hält und in einer Geschwindigkeit abläuft, als hätte jemand die Vorspultaste gedrückt. Fasziniert von all dem vergessen die Gäste sogar das Tanzen und Trinken. „Feel free to dance", kommt da die Ermunterung und auch „Don't forget to drink your beer - dehydration is a nasty thing!"

 

Ein paar bekannte Songs spielen Oh No Ono dann noch: Keeping warm in cold country und Practical Money Skills. Zur Zugabe gab es dann noch eine gefühlvolle Solo-Nummer (mit normaler Stimme) von Sänger Malthe, die noch mal bestätigte: Diese Band ist was Großes, Individuelles, Künstlerisches.

 

Wer die Chance hat, Oh No Ono live zu erleben, sollte nicht zögern! (Eva Deinert)


(15.01.2008)




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