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Patrick Wolf: München 11
Thursday, 24 November 2011 12:32

Patrick WolfEigentlich sollte dieser Artikel ohne Wortspiele zum Thema lupus canis auskommen, doch der Auftritt von Patrick Wolf in der Münchener Freiheiz-Halle lässt nur einen Schluss zu: Der Wolf ist zum Wölfchen geworden. Das Konzert in Bildern und Fakten:

Die Vorband

Innovativer als Mr. Wolf (man wagt es kaum zu sagen) war an diesem Abend die Wahlberlinerin Chinawoman, die es auf intensive und sinnliche Art schaffte, das Publikum in ihren Bann zu ziehen und, vor allem stimmlich, die Geschlechtergrenzen zu überwinden.

Die Songauswahl

Erwartungsgemäß gab es viele Titel des unter Fans stark umstrittenen altuellen Albums Lupercalia zu hören. Auf sein Meisterwerk The Bachelor aus dem Jahre 2009 scheint Patrick Wolf dagegen keine große Lust mehr zu haben - die Platte war in der Setlist eher unterrepräsentiert.

Die Outfits

Vorbei die Zeiten von Lederharnisch, knappen Goldanzügen und Engelsflügeln. Patrick Wolf ist erwachsen geworden, lebt mit seinem Verlobten im Häuschen im Grünen, und scheint das auch zeigen zu wollen. Ein glitzernder Anzug, strassbesetzter in-Ear-Monitor und zwischendurch mal ein Greifvögelchen auf der Schulter - mehr Extravaganz war an diesem Abend nicht drin.

Die Bühnenshow

Dass Patrick Wolf ein begnadeter Performer ist, steht außer Frage. Totzdem wirkte die Show bemühter und steriler, als man es von dem Engländer gewohnt ist. Im Vergleich zum letzten Auftritt in München gab sich der Sänger äußerst wortkarg und verzichtete weitestgehend auf Interaktion mit dem Publikum.

Das Publikum

In den vordereren Reihen minderjährig-stylish, ab Reihe 8 vermehrt jungverliebte Doppelhaushälften-Neubesitzer. Offenbar hat sich Patrick Wolf mit Lupercalia einen neuen Fankreis erschlossen.

Fazit

Trotz erstklassiger musikalischer Leistung und unterhaltsamer Show hat der Mythos Patrick Wolf Risse bekommen, die sich nicht mit Goldglitter verdecken lassen. Statt kryptischen Texten gibt es jetzt simplere Pop-Musik, statt diskussionswürdigen Auftritten glatte Abendunterhaltung. Einhorn-Romantik findet man nur noch am Merchandise-Stand. Text: Bettina Koch/Fotos: Rebekka Schwarz

 

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