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Nada Surf: London
Sunday, 12 February 2012 11:23

Nada Surf: LondonUnsere London-Korrespondentin Ines hat sich auf den Weg zu Nada Surf gemacht und berichtet von einem großartigen Konzert einer außergewöhnlichen Band.

Ein herzlich aufrichtiges „Good evening, friends“ dringte durch das in rot getauchte Koko, das ehemalige Theater in Londons Camden Town und brachte Nada Surfs besondere Band-Fan-Beziehung auf den Punkt. Man begegnet sich in Pubs, folgt seiner Band innerhalb eines Tages von Glasgow nach London, um wieder voller Vorfreude und Ungeduld ganz Vorne mit dabei zu sein. In gewisser Weise ist es schon fast eine Familienangelegenheit – und das in Nada Surfs Lieblingsclub.

Matthew Caws‘ ewig jungenhafte Stimme und seine hoffnungslos romantischen Sichtweisen und Formulierungen beschreiben die Tücken des Erwachsenwerdens und erschaffen dabei einen alle betreffenden Zufluchtsort mehrerer Indie-Generationen. Entsprechend dauerte es auch nicht lange bis einige Indie-Pop-Perlen längst vergangener Zeiten vom Publikum gefordert wurden. Mit verschmitztem Lächeln zeigte Caws auf seine Band, die seit ihrem letzten England-Besuch gewachsen ist, und sagte: „Wir kennen diese Songs nicht – außer vielleicht in unseren Träumen“.Entsprechend gab die Band vielen neuen Songs den Vorzug.

Mit Calexicos Martin Wenk und dem ehemaligen Guided-By-Voices-Gitarristen Doug Gillard markierten Nada Surf eine neue Live-Stärke, die besonders bei prägnanten Gitarrensongs wie The Way You Wear Your Head und Always Love zum Tragen kam und vom Publikum mit enthusiastischen Tanzen begrüßt wurde. Es war jedoch das melancholische 80 Windows, das, als Wenk mit seiner Trompete einsetzte, die Euphorie auf ihren Höhepunkt brachte. Ohne sich aufzuwärmen spielte er ein hohes Solo, das die emotionale Stimmung des Songs intensivierte. Seine Reinheit ließ erstaunte Gesichter zurück, die sich erstmals beim Nachbarn vergewisserten, ob das gerade real war.

Weightless schaffte einen weiteren märchenhaften Moment, indem eingespielte Geigen Caws kristallklaren Gesang umschmeichelten, welcher besagt: Grown-up life is like eating speed or flying a plane. Bittersüß. Die neue Single When I Was Young vom kürzlich veröffentlichten The Stars Are Indifferent To Astronomy hat das Potential zu einer modernen Jugendhymne zu avancieren.

Caws‘ Aussage, dass er noch immer darauf wartet erwachsen zu werden, offenbarte Nada Surfs Geheimnis. „They are always changing but never changing“ - und genau deshalb mögen wir sie. Text: Ines Punessen, Fotos: Jason Williamson

Nada Surf
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