The Cinematics, das sind vier Highlander-Jungs, die alle in Glasgow leben. Zu ihrem Konzert versammelte sich am Wochenendbeginn im Münchner Atomic ein großes Publikum bestehend aus echten Fans, Schotten und vielen Neugierigen. Alle wollten sich davon überzeugen, ob die Band aus Schottland, die in Deutschland als Vorgruppe von Snow Patrol 2006 bleibenden Eindruck machte, auch ein komplett eigenes Konzert erfolgreich bestreiten kann. Um es vorwegzunehmen: Sie können!
Zum Reinhören: Break
Es war eindeutig ein Abend der „young talents“. Denn ironischerweise hatte die ehemalige Vorband selbst einen ziemlich viel versprechenden Supporting Act im Schlepptau. Ihre Langzeit-Kumpels The Alones aus dem britischen Stoke-on-Trent heizten bereits mit den ersten Liedern ordentlich ein, ganz im Sinne einer ihrer Liedzeilen: „Rock’n’Roll came and took your soul“. Angenehm rau (sowohl die Beats, als auch Gitarre und Gesang) und noch ohne festgefahrene Routineshow konnten die Jungs vor allem mit ihrer Erfolgssingle „Silver“ punkten. Nicht immer schwitzt man bereits bei der Vorgruppe.
Die kleinen drahtigen Schotten selbst betraten die Bühne in halber Pose: Gitarrist Larry – der als Stand In für den frischgebackenen Vater Ramsey herhalten musste - und Leadsänger Scott in Hemden, Bassist Adam mit Fake-Fensterglas-Brille. Doch die musikalische Umsetzung ihres Albums „A Strange Education“ kam dann überraschend direkt und ehrlich an. Interessant und gefällt sofort. Schon der Startsong „Sunday Sun“ und der Folgetrack „Keep Forgetting“ verdeutlichen die absorbierten und breit gefächerten Einflüsse. Natürlich hört man Joy Division, Talking Heads, Franz Ferdinand, Interpol und weitere Indie-Größen heraus. Eigen ist den Cinematics allerdings eine fast besonnene Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Musik machen und präsentieren. Lieder und Musiker scheinen nicht nur „just for fun“ dort auf der Bühne zu stehen. Scotts manchmal beinahe klagende Stimme erzählt eindringlich, aber auch selbstbewusst und mit tiefer Überzeugung von Großstadt-Alltagsthemen.
Fast forward spielten die Mittzwanziger dann eine Reihe abwechslungsreicher Songs und lieferten eine durchaus nicht unsexy wirkende Performance. Mit vollem Einsatz ging es von einem Lied mit Ohrwurm-Garantie zum nächsten. Selbst etwas sanftere Lieder wie „Maybe Someday“ und „Human“ spielte die Band noch mit solchem Drive, dass keine Atempause blieb. So war „A Strange Education“ noch lange nicht der Höhepunkt des Konzertes, mit unglaublicher Energie arbeiteten sich die Jungs auf den eigentlichen Peak zu. Mit dem grandios gespielten „Break“ kurz vor Schluss wurde dann sicherlich auch der letzte Skeptiker zum überzeugten Anhänger der Schotten.
Am Erfolg dieser Gruppe zweifelte in München jedenfalls keiner mehr. Frisch, gut zum tanzen und mitsingen, da freut man sich bereits auf das Folgealbum, das in diesem Sommer aufgenommen werden soll. Hoffentlich werden The Cinematics dann auch bei ihrer nächsten Tour so spontan, offen und unverbraucht auftreten und trotz des ernsthaften Ansatzes auch weiter in so lockerem Kontakt zum Publikum bleiben. „You’re heaving fun?“, fragte Scott und war sichtlich erleichtert über die Zustimmung. Angenehm, wenn die Gastgeber ihre Gäste so umsichtig bemuttern und es sich auch nicht nehmen lassen, selbst kräftig mitzufeiern. Daher waren die schottischen Jungs auch wichtiger Bestandteil des Indie-After-Show-Party-Getümmels im Atomic und das sogar bis zum „bitteren“ Ende. Mirjam Miethe
Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...