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Los Campesinos: München
Saturday, 01 March 2008 15:38
Los Campesinos
Los Campesinos!
sind weder Spanier, noch harmlos, auch wenn das der bunt zusammengewürfelte Haufen Cardiff'scher Studenten mit dem spanischen Namen vermuten lässt. Hier steht ordentlicher Punk mit einem gehörigen Spritzer Lebensfreude und Spaß auf dem Programm: Kindergeburtstag mit Karacho und das ganze Atomic war eingeladen. Unsere Redakteurin Eva Deinert feierte mit.

 

 

 

Zum Reinhören: We throw parties, you throw knives

Zunächst erinnerte mich das bunte Treiben der sieben (!) Bandmitglieder auf dem Konzert gestern Abend im Atomic ein bisschen an meine Grundschulzeit: Wenn Frau Nikolaus, die Musiklehrerin, sagte: „Und jetzt greift mal jeder in die Musikkiste und holt sich ein Instrument raus." war das, was damals dabei herauskam, quasi ein frühes Äquivalent zu einem Los Campesino-Konzert heute. Jeder wollte mitspielen, auch wenn er nur die Holzblocktrommel oder das Xylophon erwischt hat. Ungefähr so haben sich die drei Mädels und die drei Jungs aus Cardiff auch zusammengefunden und die Instrumente von damals gleich mitgebracht. Neben Neil und Tom an den Gitarren, Ollie am Schlagzeug und Ellen am Bass, ergänzt Harriet mit ihrer Violine den Gesang von Aleksandra, die auch Keyboard und Melody Horn spielt, und Gareth, der außerdem der Herr über das Xylophon ist.

 

Los Campesinos: Gareth und Aleksandra Was dabei herauskommt ist keineswegs harmloser Jugendgruppen Pop, sondern handfester, witziger und individueller Punkrock, mit traurigen bis niedlichen Texten. Aleksandras Engelsstimme ist genauer der richtige Gegenpol zu Gareths atemlos-schrägen Sprechgesangs. Eine erfrischend neue Brise von der Insel - jenseits des Britbands-Einheitsklangs, den man sonst so hört. Dass die Damen und Herren von Los Campesinos hierzulande sich schon eine ordentliche Fangemeinde aufgebaut haben, war anhand des restlos gefüllten und begeisterten Atomics kaum zu übersehen und zu überhören. So nutzten die männlichen Groupies der Bassisten die Pausen zwischen den Songs, um lauthals ein „Bass-Solo! Bass-Solo!" Ellen zu fordern, während andere riefen „You're fucking great!". Los Campesinos reagierten auf die wohlverdienten Lobeshymnen etwas schüchtern und machten schnell weiter Musik. Mit jeden Song wie (Achtung - jetzt kommt der längste Songtitel, den ich jemals gehört habe:) This Is How You Spell ‚Ha Ha Ha, We Destroyed The Hopes And Dreams Of A Generation Of Faux-Romantics und The International Tweexcore Underground stieg das Partythermometer im Atomic höher bis es bei We Throw Parties You Throw Knives und dem wohl bereits bekanntestem Song des Septetts You! Me! Dancing! kein Halten mehr gab. Das Publikum - eine einzige pogende, wogende Welle guter Laune!

 

Als dann noch Gareth die Bühne verließ um mittendrin einem Fan seiner Wahl um dem Hals zu fallen, war klar: Los Campesions sind nicht nur eine geniale Liveband, sondern ganz normale partywütige Anfang Zwanziger, die sau viel Spaß dran haben Musik zu machen mit allen Instrumenten, die sie in ihrem ehemaligen Kinderzimmer noch finden können, und all ihren Freunden, die sich anschließen wollen. Zuwachs nicht ausgeschlossen. Eine erfrischend andere Band von der wir sicher noch einiges hören werden. (Eva Deinert)


(29.02.2008)

 





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