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Eight Legs: München 08
Wednesday, 05 March 2008 15:27
Eight Legs im Atomic Cafe


Acht Beine sprangen gestern über die Bühne des Atomic Cafés in München: Die Eight Legs aus London brachten dem Publikum das Singen, Springen, Zugabe rufen und Crowd surfen bei. Vier Herren, von denen wir so manches auch in Sachen Punkrock lernen können, denn das Atomic war sicher nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach oben. Redakteurin Eva Deinert war vor Ort.

 

 

Was war da los, in Wien und Innsbruck? Diese Frage drängte sich mit jedem Zwischenkommentar weiter auf, denn die Eight Legs wurden den ganzen Abend nicht müde zu betonen, dass München tausend Mal besser Party macht und ein viel netteres Publikum hat als das Nachbarland. Von "You are ten times better than Vienna" steigerte sich die Aussage von Jack, dem Gitarristen, über "You are fucking awesome" bis hin zu "Fuck Vienna"!

 

Eight Legs mit vollem Körpereinsatz Und zugegeben: Das Atomische Publikum war in Bestform! Schon beim ersten Song - der zugleich der erste Track auf dem Album Searching For The Simple Life ist - gab es wortwörtlich kein Halten mehr und die Fans flogen nur so auf die Bühne. Gerade bei Punkrock, der zum Pogen einlädt, wie ihn die Eight Legs praktizieren, wäre es ab und an wünschenswert im Atomic eine kleine Sicherheitsvorkehrung vor der Bühne zu haben, so dass die Fans - wie gestern geschehen - sich nicht plötzlich dem Sänger zu Füßen liegend wiederfinden.

 

Davon abgesehen, spielten Eight Legs einen Kracher nach dem nächsten. Mit Vicious und Tell Me What Went Wrong heizten sie den Konzertgängern ordentlich und mit vollem Körpereinsatz ein. Diese wiederum dankten es den Herren von der Insel, indem sie ihre Textsicherheit bei dem bekannten und Charts-tauglichen Blood.Sweat.Tears. präsentierten und damit ihrerseits die Band sichtlich beeindruckten. Übrigens bewiesen die gerade mal 20-jährigen nicht nur musikalisch Stilsicherheit.

 

Auch ihr T-Shirt-Look setzt neue Modetrends. Auf weißen handelsüblichen Baumwollshirts klebten da aus schwarzem Panzertape geformte Schlagworte auf der Brust wie „Next" bei Drummer Jack Garside, „Eight Legs" bei Sänger Sam, „Zzz" bei Bassist Adam und „Off the Hook" bei Gitarrist Jack Wharton. (Letztere T-Shirt-Parole könnte der regelmäßige Konzertgänger und Musikinteressierte auch als Anspielung auf den Song von CSS verstehen...) Die Idee wurde direkt von einigen Fans übernommen, die ebenfalls schwarze Panzertape-T-Shirt-Kunst zur Schau trugen - darunter ein Shirt mit dem Cold War Kids Song-Titel „Hang Me Up To Dry".

 

Anyway. Am Ende des Abends waren sowohl die Shirts von der Stange, als auch die mühevoll gebastelten Baumwollhemdchen durchgeschwitzt. Der Song Can't Slow Down fasst die Fullspeed-Partystimmung in Worte. Erst bei Spilt Milk wurde es etwas ruhiger, das Pogen eingestellt und es blieb Luft zum Durchatmen.

 

Mit These Grey Days verabschiedeten sich die Eight Legs zunächst von der Bühne, um dann nach einem etwas schläfrigen Beifall und nur vereinzelten „Zugabe"-Rufen nochmals wiederzukommen. Das lag jedoch keineswegs an einem schlechten Konzert, sonder eher daran, dass alle außer Atem waren. Als sie dann wieder auf die Bühne stürmten, gab es gleich eine Belehrung in Sachen Gröhlen. Das Publikum dankte den Eight Legs und holte nochmals alles aus sich heraus - der Einsatz ging sogar soweit, dass sie am Ende die Bühne stürmten und einfach mit ins Mikro sangen. (Eva Deinert)


(04.03.2008)




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