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The Wombats: München
Monday, 07 April 2008 02:31

Die Liverpooler Wombats live im Atomic
X-mas came early this year, denn die ganze Indierock-Szene Münchens versammelte sich gespannt und vorfreudig im Atomic Cafe, um DAS Event des Wochenendes nicht zu verpassen. Überflüssig zu sagen, dass der lange erwartete Nachholtermin von The Wombats seit Monaten ausverkauft war und der Laden aus allen Nähten platzte. Und: nein, die Liverpooler Band hat nicht nur minderjährige, weibliche Fans!

 

 

Zum Reinhören: Kill the Director

 

Den Platz der Vorgruppe durfte an diesem Abend die dem Publikum nicht ganz unbekannte Londoner Gruppe The Parlotones einnehmen. Im corporate identity Style mit schwarzen Hemden, roten Krawatten und Schminke brachten die vier Musiker Songs wie Louder than Bombs und Overexposed überzeugend unters Volk. Und schon hier gingen die Kämpfe um gute Steh- und Tanzplätze sowie um die von der Band großzügig verschenkten zwei Kartons mit Maxi CDs so richtig los. Die expressive Show mit Megaphon und einem Schuss Sexpistols-Punk-Rock war ein recht guter Start für den Abend, auf den allerdings eine recht lange und unfreiwillige Pause folgte. Da Drummer Dan es nach einer Samstagspartynacht nicht rechtzeitig zum Flieger geschafft hatte (in Oslo lässt es sich scheinbar wirklich gut feiern), war erstmal Geduld gefragt.

 

Und dann stehen die Wombats ganz plötzlich auf der Bühne und schon ihre ersten Äußerungen machen klar, dass jetzt der Spaß so richtig beginnt. Mit viel guter Laune und durchgängig Energie geladener Show machen die drei - ja, auch der übernächtigte Drummer - die Wartezeit und akuten Platzmangel schnell vergessen. Innerhalb von Sekunden hat Sänger Murph das Publikum ganz in der Hand und es wird auf sowie vor der Bühne ordentlich geschwitzt.

 

Der Hype um ihr Debutalbum A Guide to Love, Loss and Desperation ist sicherlich berechtigt, doch gerade live scheint sich bei vielen Songs erst ihr ganzes Potential zu offenbaren. Hier liegt die cleane Studioatmosphäre weit zurück und alles ist ein bisschen verrotzt. Vor allem die kompromisslos lauten und ruppigen Titel wie School Uniforms oder Patricia the Stripper, Kill the Director noch Moving to New York, Let’s Dance to Joy Division und gegen Ende Backfire at the Disco, die das Publikum dankbar kreischend und tanzend annimmt. überzeugen, denn The Wombats sind da am besten, wo sie den Pop am deutlichsten hinter sich lassen. Doch auch für diesen Gig verzichten die Jungs auf keine ihrer Hitsingles und so folgen auf den ersten Höhepunkt

 

Sänger Murph versteht es mit seinem schönen nordenglischen Akzent und vielen kleinen Anekdoten den Eindruck entstehen zu lassen, als sei man gerade auf einer ziemlich ausgelassenen Privatparty gelandet, auf der drei Freunde des Gastgebers spontan die Unterhaltung übernommen haben. Offensichtlich nehmen die Jungmusiker alles recht locker bzw. mit einer ordentlichen Portion britischen Humors. Letztendlich können sie sich auch zurücklehnen, um Erfolg zu bemühen, brauchten sich die Liverpooler ja scheinbar noch nie wirklich. Das Publikum selbst macht deutlich, wie angesagt und hip die Wombats bei einer breiten Hörerschaft gerade sind und so werden die Erwartungen an das nächste Album und die nächste Tour natürlich hoch gesteckt.

Am Schluss wird zu My First Wedding dann noch mal so richtig toll geschrammelt und gesprungen. Doch nach der kurzen Verabschiedung ohne offizielle Zugaben, entsteht dann doch ein eher flaues Gefühl, als habe etwas gefehlt und es war sicher nicht der Drummer. Manche bemängelten die Gewichtszunahme des Leadsingers und andere fragten sich, ob da nicht doch ein bisschen mehr drin gewesen wäre, als eine gute Stunde gespieltes Konzert, das auch dauernd unterbrochen wurde von Geschichten über Weinbeschaffungsmaßnahmen in Münchner Lokalen und anderen Themen. Fest steht allerdings, dass dieser Abend allein schon wegen des doch irgendwie privaten Flairs besonders war, denn die Band wird in München wohl kaum mehr in einem so kleinen Rahmen auftreten. Mirjam Miethe


(06.04.2008)

 

 

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