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The Pigeon Detectives: München
Wednesday, 09 April 2008 23:37
Never Mind The Pigeon Detectives


Was der NME Indie-Pop Perfection nennt, garantiert selbst an einem Dienstagabend ein ausverkauftes Atomic Café. Dort gaben The Pigeon Detectives aus Leeds lautstark zu verstehen, was die britische Musikpresse damit meint.

 

 

Bollocks ist ein wahres Zauberwort. In der Heimat der fünf Jungs von The Pigeon Detectives kommentiert man gerne alles vom größten Scheiß bis zum brilliantesten Geniestreich mit einem kernigen Bollocks. Dieses eine Wort deckt einfach alles ab. Mit den Songs dieser Band läuft's irgendwie ähnlich: Von den ersten Power-Chords von I Found Out geht's voll auf die Zwölf nur in einem Tempo, einem Feeling, einem Sound dahin, und doch stecken darin tausend verschiedene Bedeutungen: das Pendeln zwischen Reue und Gleichgültigkeit von I'm Not Sorry, der männerfreundschaftliche Ratschlag Take Her Back oder die platonische Gratwanderung in I Can't Control Myself.

Dabei klingt die Band wie ein Powerkonzentrat aus The Strokes und Kaiser Chiefs plus ein wenig mehr traditionellen 60s-Einfluss. Die Fünf prügeln ihre Songs mit einer Wahnsinnsrotzigkeit und schieren Gewalt hinaus, als gäbe es kein Morgen, eine Power die gleich auf direktestem Weg ins Publikum fährt.

Bald wird auch klar, warum die Roadies vor dem Konzert eigentlich eine dermaßene Menge an Adelholzener Flaschen auf‘s Schlagzeugpodest gereiht haben. Sänger Matt liebt es, das Zeug literweise von der Bühne zu spucken und zu spritzen, rast dazwischen von einer Bühnenseite zur anderen, schleudert sein Mikro in Roger-Daltrey-Manier im Kreis oder beugt sich auf den Monitorboxen stehend weit über das Publikum. Überhaupt gefällt ihm die wogende Menschenmasse, die jeder seiner ständigen „‘ands in the air"-Aufforderungen folgt, an diesem Abend besonders gut. „Congratulations on being better than the Austrian crowd," gratuliert er in Anspielung auf ein Konzert von einem der Vorabende, bevor die Bühne zum letzten Song endgültig vom Publikum gestürmt wird. Christian Schober


(08.04.2008)

 




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