| Kaizers Orchestra: Berlin |
| Wednesday, 16 April 2008 03:33 | |||
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Ein Bild bleibt im Kopf: Frontmann Janove Kaizer steht auf einem Ölfass, dirigiert die jubelnde Menge und seine Band. Alles blickt zu ihm auf und jubelt. Auf einmal wird klar, warum sie sich Kaizers Orchestra nennen. Die Band aus Norwegen überzeugt vor allem live: Die sechs Musiker liefern eine perfekte Bühnenshow, heizen das Publikum an und wirken dabei authentisch und nie aufgesetzt.
Doch zurück an den Anfang. Pünktlich um acht betritt Geoff Berner die Bühne des Fritzclubs im Postbahnhof, bewaffnet nur mit Akkordeon und einem verschmitzten Grinsen. Eine handvoll Songs spielt er und moderiert sie gekonnt an. Der Kanadier klezmert übers Saufen, Hochzeit und die olympischen Spiele, intelligent, witzig, ernst und politisch. Das Publikum dankt es ihm und singt mit. Eine ganze halbe Stunde hat er für sich.
Es folgt quälend langes Warten, der Saal ist unerträglich warm. Nach einer weiteren halben Stunde Rumstehen dann das Intro von Konserve, die Bühne bleibt leer. Der Sound erinnert stark an Tom Waits, Beifall aus dem Publikum. Die sechs Kaizers marschieren in perfekt sitzenden Anzügen ein, greifen sich ihre Instrumente und fangen einfach an.
Die Pumporgel dröhnt, der Kontrabass röhrt, das Schlagzeug und die Ölfässer liefern den perfekten Soundteppich für Bass und Gitarre. Dazu der exstasische Gesang von Janove Kaizer - das ist keine Musik, das ist ein Bombenangriff. Und auch die nächsten Songs sind pure Gewalt, voller Kraft und Geschwindigkeit, die kurzen Übergänge bieten keine Zeit für Beifall oder gar Nachdenken. Die Fans sind voll dabei, gehen mit und tanzen, springen und recken ihre Arme empor.
Es folgen Gypsy-Songs und noch einmal steigern die Norweger die Geschwindigkeit, dreschen auf alles ein und schrecken selbst vor Brechstange und Autofelge nicht zurück. Die Pumporgel bedient Helge Kaizer und schwitzt dabei Blut und Wasser unter seiner Gasmaske, übrigens auch das Logo der Band. Schlagzeuger Rune Kaizer gibt alles, steht auf, grölt mit. Die Anzugjacken sind inzwischen ausgezogen, die Hemden verschwitzt und die Krawatten gelockert.
Im Mittelteil spielen sie ruhige Balladen, neue Songs. Um dann am Ende noch einmal richtig loszulegen. Alte Hits, die Fans singen und grölen textsicher mit. Die Texte sind, nunja, norwegisch. Keine Ahnung, über was sie da singen. Aber es klingt eingängig und logisch im Moment, da sie es singen. Im Netz kursieren Übersetzungen und Interpretationen. Es geht wohl meist um dunkle Themen, Mafia und viele Songs sind verknüpft miteinander.
Der Star des Abends ist aber Sänger und Frontmann Janove Kaizer. Er dirigiert seine Kollegen, die Fans, witzelt rum, tänzelt und wirkt dabei so unverkrampft. Hier sind Profis am Werk, nach acht Jahren, vier Studioalben und unzähligen Liveauftritten haben sie ihren Stil gefunden. Dabei haben sie vergessen, erwachsen zu werden. Fast zwei Stunden später, nach zwei hart erklatschten Zugaben dann die verdiente Ruhe für die sechs verschwitzten Norweger.
Es folgt lockere Atmosphäre nach dem Konzert, anstehen an der Garderobe. Einer hat irgendwie ein vergewaltigtes Ölfass ergattert und schleppt es stolz zum Ausgang. Carsten Friedrich
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Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...