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Millencolin: Berlin
Tuesday, 22 April 2008 02:34

Solide und ehrlich: Millencolin
Die vier Schweden aus Örebro sind einmal mehr unterwegs. Um ihr neues Album Machine 15 vorzustellen und um sich zu vergewissern, dass ihre Fans ihnen noch treu sind. Das sind sie, wie das Konzert im vollen Columbia Club in Berlin beweist.

 

 

Zum Reinhören: No Cigar

 

Der Abend beginnt mit den Pinboys, eine dänische Band aus Aarhus, die vor allem mit Sängerin Anne Kalstrup glänzen. Sie rackern sich ab und geben Gas, um das Publikum zu begeistern. Eine halbe Stunde haben sie Zeit, die Reaktion ist verhalten. Zu poppig klingen sie, erinnern stark an No Doubt.

 

Dann Umbau und die Kalifornier Dead to Me betreten die Bühne. Mit ihrem urigem Punk und den Ansagen zwischendurch treffen sie schon mehr den Nerv der Zuschauer. Sänger Jack Dalrymple hält sich eher im Hintergrund und Chicken Annicharico dominiert die Show. Sie heizen die Atmosphäre an und geben ihr Bestes.

 

Nach einer längeren Pause dann endlich betreten die ungekrönten Könige des Skate-Punks die Bühne des Columbia Clubs. Ohne lange zu fackeln oder zu begrüßen spielen Millencolin Song für Song. Solide und ehrlich klingen sie. Vor ein paar Jahren waren sie mal mit Offspring auf Tour, wer da wen befruchtet hat, bleibt unklar, doch Ähnlichkeiten sind unverkennbar. Handgemachter, melodiöser Punk dröhnt aus den Boxen.

 

Sänger Nikola Sarcevic trohnt in der Mitte, rechts und links von ihm Erik Ohlsson und Mathias Färm an den Gitarren. So bleiben sie erstaunlich unbeweglich auf der Bühne, doch die Fans müssen nicht mehr animiert werden. Sie feiern ihre Helden und besonders die schnelleren Titel treffen auf ein dankbares Publikum. Es wird mitgesungen, gesprungen und crowd-gesurft. Die Security schaut angespannt, bleibt aber ruhig.

 

Seit nunmehr fünfzehn Jahren sind Millencolin unterwegs, haben sieben Alben veröffentlicht und unzählige Live-Auftritte absolviert. Sie haben Hits und Songs, die nur auf Konzerten funktionieren und dankbare Fans. Nach drei Jahren Pause und Soloprojekten haben sie jetzt ihr Album Machine 15 eingespielt. Sie haben ihren Stil gefunden und können nicht mehr viel falsch machen.

 

Ein Highlight waren die unplugged-Einlagen von Sänger Nikola Sarcevic mit Akustik-Gitarre. Und auch die kurzen Ansagen, die nur eingefleischte Fans verstehen. Das Publikum ist jung und männlich, nur vereinzelt finden sich ältere oder weibliche Konzertgänger. Aber geschwitzt haben sie alle. (Fotos: Christian Auer, Text: Carsten Friedrich)


(21.04.2008)

 

 

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