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I Am Kloot: München
Wednesday, 22 October 2008 13:35

I Am Kloot live in MünchenI Am Kloot traten in München auf und es ist schon erstaunlich, wie eine Band, deren Lieder so eine Leere ausstrahlen, das Ampere so füllen kann. Nina berichtet von einem Konzert, bei dem nicht nur den kräftigsten Männern im Publikum die Augenlider zu schwer wurden und sie in Gedanken schwelgten.

 

Zu allererst: I Am Kloot geben nicht einfach ein Konzert. Nein, I Am Kloot rühren einen ganzen Abend lang im Brei der eigenen Seele. Aus diesem Grund lässt sich ein Konzert der drei Manchester nicht einfach in Worte fassen, sondern muss würdig untermalt werden. Für wahre Fans und Menschen, die im Besitz aller vier Alben der Band sind, deshalb der Aufruf: Schaut euch die Playlist des Abends in München an (in der Bildergalerie), legt euch die Songs auf eurem Rechner in die richtige Reihenfolge und drückt auf "play". Willkommen bei I Am Kloot am 21. Oktober 2008 in München.

 

Das Licht ist gedimmt, die Scheinwerfer in dunkle Rot- und Blautöne gehüllt. Einzig der weiße Schriftzug an der Rückwand der Bühne schimmert verdächtig hell: I Am Kloot. Sicherlich, dieser Name steht für drei Musik fortgeschrittenen Alters, ganz in schwarz und mit charakteristischen Mienen, die es seit Jahren verstehen, mit ihrer Musik die Gemüter zu berühren. Dieser Name steht aber auch für ein ungeahntes Ausmaß an Gefühlen, deren Geschichten das Leben schreibt und die durch die einmalige einnehmende Stimme John Bramwells noch verstärkt werden.

 

Es sind Lieder über Liebe und Frust, über ungewollte Querverstrebungen des Lebens und den oft viel zu spät kommenden Trost. John Bramwell, seinerseits Sänger der Band, macht an diesem Abend allerdings schnell klar, dass jedem Song auch noch ein anderes Thema zugrunde liegt: "Disaster". Glück im Unglück für die Konzertbesucher, dass sich die Band dennoch nicht im Selbstmitleid ertränkt, sondern mit Komik statt Tragik durch das Abendprogramm führt. Bramwell holt die Anwesenden nach jedem einzelnen Trip in die Gedankenwelt mit lockeren Sprüchen zurück vor die Bühne, um sie nach einer kurzen Ansage zum nächsten Song wieder sich selbst zu überlassen.

 

Das ist es auch, was die Gemüter im Ampere Achterbahn fahren lässt zwischen herzerwärmendem Wohlwollen, Amüsement und ausgeprägtem Weltschmerz. I Am Kloot verstehen sich eben auf die schamlose Schönheit der Melancholie, sei es mit One Man Brawl, From Your Favourite Sky oder Storm Warning.

 

Und während die Fans gerührt und mit Tränen in den Augen fast zu Boden sinken vor emotionaler Überwältigung, steht Bramwell mit seinen Mannen erhaben auf der Bühne, stark und mit einer Aura, die sagt "hey, ich habe das alles selbst erlebt, mir macht das nichts mehr, denn ich muss es jeden Abend auf der Bühne revue passieren lassen".

 

Nach einundzwanzig Songs endet der Abend ebenso atmosphärisch, wie er begonnen hat - allerdings ohne einen gemeinsamen Fernsehabend in den Achziger Jahren und gedankenverlorene Spaziergänge, die einen den Weg nach Hause vergessen lassen. Vielleicht beim nächsten Mal. Bis dahin verbleiben wir auch ohne Blut an den Beinen mit einem über alle Maße überzeugten: I Am Kloot, wir lieben euch. Nina-Carissima Schönrock


(21.10.2008)

 




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