| Daniel Johnston: München |
| Wednesday, 05 November 2008 12:24 | |||
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Als Vorgruppe und Begleitband war an diesem Abend der John Dear Mowing Club zu sehen, die mit Mundharmonika und Kontrabass zwar sehr nach Texas, schummriger Billardkneipe und Wüstenlandschaft klingen, aber aus den Niederlanden stammen. In ihren eigenen Liedern geht es dann auch irgendwie um amerikanische Themen von stillstehenden Fabriken bis zu schweigsamen Mädchen, die sich auf der Coach sitzend Cartoons ansehen. Beinahe hören sich die soften bis wilden Stücke exotisch (und Sänger Melle de Boer sehr nach Neil Young) an, und das passt dann auch wieder ganz gut zur Stimmung vor Ort in der neuen Wellblechhallen-Location.
Die drei Herren räumen nach etwas längerer Vorspielzeit dann die Bühne für Daniel Johnston, der allein mit seinem Akkustikset von ein paar Liedern startet. Bereits hier strahlt der Singer/Songwriter eine gewisse Ehrlichkeit und Höflichkeit aus, die er das ganze Konzert über beibehält. Frühzeitig ergraut, etwas zittrig und kontinuierlich auf die Liedtextbücher angewiesen, ist er doch der Sympathieträger des Abends.
Aufgrund von Krankheit und Abstürzen immer wieder für tot erklärt und doch zeigt er auf der Bühne einen Ausdruck von beharrlichem Überlebenswillen. Die ewig unglückliche Kultfigur der Independent-Szene, der auch für seine Comic-Kunst geschätzt wird, fasziniert seine Fans auch weiterhin. So wird auf diesem Konzert der Fankult durch Hi, how are you?-Shirts-Tragen (wie einst Kurt Cobain auf den MTV Music Awards) und durch begeistertes Klatschen, sowie vereinzelte Zurufe zelebriert. Einer schreit sogar ein sehr enthusiastisches und absolut ernst gemeintes „super“ mitten in die Halle.
Als die Band wieder hinzu stößt, geht es in einer etwas härteren Gangart mit Rock This Town weiter. Es folgt eine gute Mischung aus über zwanzig Jahren kaum überschaubarer Liedproduktion von Fish, über Caspar The Friendly Ghost, Hey Joe zu Living Life. Seine "Songs of Pain“ handeln von dem verzweifelten Gefühl des Außenseitertums, unerwiderter Liebe und der Verehrung von Beatles und anderer Vorbilder. Dabei hält Johnston sich standhaft, trotz Husten. Doch schließlich wird seine Stimme doch noch hörbar schwächer, auch viel Wasser und die Zitrone helfen da nicht mehr weiter.
Zu exzentrisch, krank und paranoid für den Erfolg? Je nach dem wie man Erfolg misst. An diesem Abend konnte man durchaus den Eindruck haben, als hätte Daniel Johnston es zu einer Nachhaltigkeit gebracht, von der viele nur träumen. Er selbst lenkt mit seinen letzen Liedern bzw. den beiden Zugaben jedenfalls auf einen anderen Weg. „Rock’n’Roll saved my soul“, singt er und als Zugabe wieder ohne Begleitung True Love Will Find You In The End. Songs als Lebensretter: Egal wie einsam du sein magst und wie sehr dir die Vampire um dich rum auch zusetzen mögen, don’t give up untill you found true love. Trotz des Leidens scheint es doch noch Hoffnung zu geben, in der Liebe, der Musik und dem Zusammengehörigkeitsgefühl in einer Menge von denen, die den Schmerz scheinbar verstehen und den traurigen Künstler verehren. Amen. Mirjam Miethe
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In der neu errichteten (und übermäßig gut geheizten) Halle des Münchner Backstage versammelte sich ein bunt gemischtes Publikum, in Erwartung von etwas Außergewöhnlichem. Der US-Amerikaner Daniel Johnston ist sicher kein klassischer Geheimtipp mehr. Und so war sein erster Münchenauftritt seit sechs Jahren auch weniger ein Revival, sondern zeigte deutlich das ungebrochene Interesse der Musikbegeisterten an diesem melancholischen Künstler.






Schulzkowski is super unbedingt mehr davon
Noch was zum Thema: http://likeitis93.blogspot.de/2012/03/save-olli-schulz.html
diese kritik ist sehr schön, weil sie sich ausnahmsweise mal nicht schema f<...
und was war besonders? Welche Songs in der Setlist? Wie viele Instrumente
Für diejenigen, die es interessiert: Ich hab auf meinem privaten Blog noch e...