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The Subways: München
Friday, 14 November 2008 17:48
The Subways in MünchenWer bisher geglaubt hat, die Münchner sind zurückhaltende Konzertgänger, der hätte bei den Subways im Backstage dabei sein sollen! Das war Rock'n'Roll in Reinform - und zwar sowohl auf, als auch vor der Bühne! „München ist sexy", lobte Sänger Billy Lunn am Schluss die nassgeschwitzten Fans.


Er selbst betrat sehr vorausschauend gleich oberkörperfrei die Bühne. Wozu noch Stoff tragen, der nach zwei Liedern eh zum Auswringen nass ist? Schon der Einstieg Kalifornia vom Album All or Nothing war ein fulminanter Start und brachte das ausverkaufte, bis in die letzte Ecke gefüllte Backstage zum Kochen. Aus den Fans vor der Bühne wurde schnell ein einziger, wogender Brei.

 

Auch All or Nothing und Alright waren der Tanzwut der Münchner nur zuträglich. Während die Fans sich im Springen, Pogen, Tanzen und Crowd Surfen vollkommen verausgabten und damit die Erinnerung an den Festival-Sommer nochmals lebhaft vor Augen führten, standen Billy und vor allem Charlotte dem in nichts nach. Die kleine, zierliche Blonde, die fast schon einen schüchternen Eindruck erweckte, als sie ans Mikro trat, fegte über die Bühne wie ein tasmanischer Teufel und schüttelte Löwenmähne in einer Frequenz, die bei Ungeübten sicher ein Schleudertrauma verursachen würde. Auch Charlotte war bereits nach dem zweiten Song komplett durchgeschwitzt. Doch dieser feine, im Licht glänzende Schweißfilm verlieh der charismatischen Bassistin nur noch mehr Sex Appeal.

 

Weitere musikalische Highlights waren Mary vom ersten Album Young For Eternity, was die Fans 1A mitsingen konnten, sowie Always Tomorrow. Billy - der vielleicht nach der Musikkarriere als Entertainer einsteigen könnte - übergab Charlotte das Mikro um den nächsten Song anzukündigen. Die Fans vernahmen Charlottes Engelstimme in astreinem Deutsch: "Das nächste Lied heißt...Shake! Shake!" Einer der besten Songs der aktuellen Platte, was wohl viele Fans genauso sahen und einfach nur noch wild in der Gegend rumsprangen, Kopf und Körper im Rhythmus herumwarfen und schreiend ausrasteten. Jawohl, ausrasteten. München war wie enthemmt, wild und exzessiv. Aber wir waren ja auch unter uns. Auch Billy war begeistert: „On a scale from 1-10 in terms of Crazyness, you are a 9!" heizte er die Stimmung an und verlangte im Break des Liedes I Won't Let You Down: "Go insane". Daraufhin brachten sich die Fans an den Rändern der Tanzfläche in Stellung, drängten sich auseinander um auf Billys Zeichen hin, aufeinander zuzustürmen und in einem riesigen Mosh Pit zu verschmelzen..

Billy und Charlotte: "Guess what, München, that was a fucking 11!" brachte es Billy auf den Punkt.

 

Als Zugabe spielten die Subways das großartige Strawberry Blonde vom aktuellen Album. Ein kleiner Wermutstropfen gab es dabei noch. Billy intonierte die wunderschönen Lyrics recht leidenschaftslos - und dass, wo doch der Songtitel nun auch als Tattoo seinen durchaus hageren Oberkörper ziert. Dafür wurde bei Girls and Boys nochmals ordentlich gerockt, bevor endlich das Lied kam, auf das die Fans schon sehnsüchtig warteten: Rock'n'Roll Queen. An sich schon eine Granate, doch Billy setzte noch eins drauf, indem er die Gitarre abstöpselte, ablegte und sich auf Joshs Drumbass in Stellung brachte. Mit einem riesigen Satz rannte er los und sprang in die begeisterte Menge, surfte quer durch den Raum und ließ sich auf dem Mischpult feiern! Das Ganze rückwärts und zum Dankeschön und als Abschluss gab es dann die Sonderversion des Songs: „München, du bist Rock'n'Roll!"

Das kann so nur unterschrieben werden. Ein Konzert, auf dem sich alle völlig verausgabt haben. Drummer Josh fiel am Ende einfach von seinem Hocker und blieb hinter seinem Schlagzeug einfach liegen, während die Fans das Backstage verließen. Eva Deinert

 

PS: Promis wurden auch gesichtet. So hat sich Flo von den Sportfreunden unter das Partyvolk gemischt. Aus dem Mosh Pit jedoch hielt er sich lieber raus. Das überlassen wir der vielversprechenden Münchner Jugend.

 

(13.11.08)

 


 




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