Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Live»Alkaline Trio: München
Alkaline Trio: München
Thursday, 29 January 2009 12:26

Punkrock aus Chicago: Alkaline TrioEndlich hat das Alkaline Trio aus Chicago die Gitarrenkoffer gepackt und sich auf die Reise über den großen Teich nach Deutschland gemacht um in auserwählten Clubs ordentlichen Punkrock zum Besten zu geben. Redakteurin Eva Deinert ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen.

 


Jungs in Karottenjeans mit geflochtenem Strirnband im wuscheligen Haupthaar sucht man hier vergebens. Nietengürtel, Ohrlöcher und Basecaps mit einer ansehnlichen Buttonkollektion bestimmten das Backstage in München und ließen keinen Zweifel: Heute gibt's Punkrock auf die Ohren!

 

Zunächst von der Vorband Broadway Calls aus Oregon, die mit soliden Ami-Punk und Power-Pop das Publikum für sich begeisterte - nicht zuletzt um einen Schlafplatz abzustauben:
„If you have a place to sleep for us - this is no joke - come see me at the merchandise. My name is Matt", so Bassist Matt Koenig vor dem letzten Song. Ob das geklappt hat, war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.

 

Das Alkaline Trio hingegen muss sich mit über 11 Jahren Bandgeschichte sicherlich keine Sorgen um Schlafplätze machen. Matt Skiba, Daniel Andriano und Derek Grant aus Chicago haben bereits sechs Alben mit verlässlichen und konstanten Punkrock vorzuweisen, der auch hierzulande seine Fangemeinde hat. Bei diesem umfangreichen Repertoire an Songs verwundert es nicht, dass das jüngste Album Agony & Irony etwas zu kurz kam, zumal es mit seinen traurig-schönen Emo-Punk-Songs viel melodischer und sanfter daherkommt als die Vorgänger. So spielten die Herren um Matt Skiba im ersten Drittel des Konzerts zwar Calling All Skeletons, I Found Away und In Vein, in den Genuss des hymnischen Live Young, Die Fast oder des romantischen Over and Out kam das Publikum an diesem Abend leider nicht.

 

Dafür freuten sich die Punkrocker über Armageddon, Stupid Kid, Mr. Chainsaw (vom Album From Here to Infirmary, 2001) oder über If We Never Go Inside und I Was A Prayer (Good Mourning, 2003) und bildeten zugleich ein Mosh Pit. Das Backstage war zwar gut gefüllt, Crowdsurfen jedoch wollte nicht so recht klappen. Egal, dann trägt man eben die entsprechende Person einmal von hinten nach vorn und wieder zurück durch den Saal. Das Publikum hatte auf jeden Fall seinen Spaß, worüber sich auch Matt Skibo köstlich amüsierte, so dass er hin und wieder vor Grinsen das Spielen und Singen vergaß. Dennoch gestand er nach Goodbye Forever: „I played this song almost perfectly fort he first time in my entire life. Almost. That's what keeps me going every day..." Überhaupt war das Trio ganz bei der Sache und spielte mehr mit dem Publikum als für das Publikum. Matt Skibo pickte sich mit durchdringenden Blick und gestikulierend immer wieder Leute aus der Masse heraus und sang mit ihnen gemeinsam die Songs. Es hätte mich nicht gewundert, wenn er sich am Ende einfach mitten hinein in die Fangemeinde gestellt und mit ihnen Arm in Arm gefeiert hätte. So bat er die Fans beim letzten Song vor der Zugabe This Could Be Love mit ihm gemeinsam „This could be love - Love for Deutschland" zu singen.

 

Matt verabschiedete sich mit den Worten „This was the best show we ever had in Munich!" Natürlich gab es noch zwei Songs oben drauf: Time to Waste (vom Album Crimson, 2005) und als Rausschmeißer Radio (Maybe I'll Catch Fire, 2000). Alles in allem ein amüsanter Abend mit handfestem Punkrock und einem supersympathischen Alkaline Trio. Eva Deinert

(28.01.2009)

 

 




Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare