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Emiliana Torrini: München
Sunday, 08 February 2009 15:14
Emiliana Torrini

Dass die neu umgebaute Freiheizhalle eine schöne neue Location für Konzerte ist, bemerkt auch Emiliana Torrini, die am Wochenende für ihre Me And Armini-Tour in München vorbeigeschaut hat. Unsere Reporterin Christine war vor Ort.

 

Das Bühnebild bilden auf lange Kabel aufgereihte Glühbirnen und alte Lampenschirme vor einem schwarzen Vorhang. Je nach Intensität der Stücke variiert die Helligkeit der Leuchten. Emiliana Torrini kommt im Blümchenkleid mit geflochtener Hochsteckfrisur auf die Bühne und fängt an zu erzählen. Auf deutsch. Und hört erst zum Ende des Konzert wieder auf.

 

Denn sie hasst Silenzio, Silence, Stille und muß die Phasen überbrücken, in denen die Band ihre Instrumente in eine andere Stimmung bringt. Da kann es schon passieren, dass sie mit ihren Brüsten spricht: „Drinnenbleiben" und beichtet, dass sie unter ihrem Kleid eine „Oma-Strumpfhose" trägt, die ihren Bauch dünner macht, denn während der Tour „frisst" man zu viel und Schönheit ist manchmal ganz schön anstrengend. Weiteres Tourerlebnis: Auf der Suche nach Accessoires schaute sie versehentlich in einem Kölner Fetisch-Shop vorbei, weil im Schaufenster hübsche Federn ausgestellt waren. Über die Gemüsedildos im Laden kann sie sich dann köstlich amüsieren: Karotten und Gurken.

 

Auch zu vielen Stücken hat sie kleine Anekdoten parat. Dass sie sich nicht wirklich an die Entstehung des Songs Me And Armini erinnern kann, weil der Whiskey an dem Abend von ihr Besitz ergriffen hat, als sie mit ihrem Produzenten und Writer Dan Carey daran geschrieben hat. Dass sie Jungle Drum als Liebeslied angekündigt hat und die besungene Person dann wohl ein wenig geschockt darüber war, dass es im Lied enorm zur Sache geht, dass Emiliana zu Hochtouren aufläuft, zur human Drum wird. Wenn sie solche Geschichten erzählt, dann lacht sie immer und grinst schelmisch. Ihr Publikum hat sie dabei voll im Griff. Divenhaft duldet sie keine Gespräche während ihrer Songs: Sie hat das Mikrofon, sie hat die Macht.

 

Eigentlich ein unerwartet rauher Umgang für eine, die immer in die Kategorie der elfenhaft-zerbrechlichen Wesen aus Island gesteckt wird. Aber gerade das macht ihre Konzerte so einzigartig, dieser Gegensatz von furchtbarer Albernheit hin zu tragischer Melancholie. Da wundert man sich auch kaum darüber, dass Emiliana zur Zugabe mit einer Flasche Bier in der Hand erscheint, die, wie sie bemerkt, fast größer sei, als sie selber. Aber ihren Songs schadet es nicht. Mit jeder Pore ihres Körpers ist Emiliana in ihren Stücken. Fühlt sie, lebt sie, ist im hier und jetzt in den besungenen Emotionen. Sie wiegt sich im Takt der Musik, stampft mit den Füßen auf, schnippt mit den Fingern und faucht ins Mikrofon. Jeder Ton sitzt, keine Note verrutscht der ausgebildeten Opernsängerin.

 

Emiliana Torrini führt als grandiose Sängerin und ebenso gute Entertainerin durch den Abend. Mit ihr werden Konzerte alles, nur nicht langweilig! Christine Bulla

 

(07.02.09)

 

 

Zum Reinschauen: Big Jumps




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