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Official Secrets Act: München
Thursday, 12 March 2009 14:18

Londoner Kellerkinder: Official Secrets ActBritwoch in echt: Vier Londoner machten gestern im Münchner Atomic Cafe Halt. Official Secrets Act sind zwar hierzulande tatsächlich noch ein Geheimact, so dass der Club auch nur mäßig gefüllt war, dennoch war es für das Publikum ein charmanter, kurzweiliger Abend und für die Band nach eigenen Aussagen eines der besten Konzerte ihrer bisherigen Festland-Tour.

 

Die noch junge Band, die nach Joy Division in fröhlich klingt, reiht sich vom Style ganz in den typischen Indie-Nachwuchs von der Insel ein. Gestärkte weiße Hemden, polierte Lederschuhe und die obligatorischen Karottenjeans gehören ja inzwischen zum guten Ton der Branche. Auch jede Menge Instrumente, die bei Indie-Bands immer beliebter werden, wie Verzerrer, Keyboards, Synthesizer, Akustikgitarren, Percussions und sogar ein Horn, haben die Londoner mitgebracht. Dass sie auch alle beherrschen und mit ihren Songs durchaus das Recht haben aus ihrem Londoner Keller mal herauszukommen, bewiesen sie in der folgenden Stunde.


Ihre Songs Mainstream, So tomorrow und Momentary Sanctuary trugen sie leidenschaftlich, herzlich und sauber vor und mit einer gewissen royalen Zurückhaltung vor. Das gesittete Benehmen auf der Bühne unterschied die sympathischen Herren dann doch von ihren Musiker-Kollegen der gleichen Kategorie. Als Tom zwischen zwei Songs versehentlich den Gitarrenständer umwarf, war ihm das eher peinlich als rocknrollmäßig selbstverständlich. Für ein wenig Entspannung sorgten dann die Gewohnheitsmittwochgänger, die nach und nach im Atomic eintrudelten und sich partybereit vor die Bühne drängten. So wagte Tom auch den Schritt von der Bühne und nahm ein Bad samt Gitarre in der Menge. Beim letzten Song ermunterte er dann das Publikum noch ein wenig näherzukommen. „We're not scared, if you're not scared. I'm not scared, I'm having fun."

Worte, die auch einwandfrei Lyrics eines Official Secrets Acts Songs sein könnten, singen sie doch in So Tomorrow beispielsweise:

„Everything is better at the weekend and everything is better with a car/Everything is better with a girlfriend who is ten times cooler than you are"

 

Der Abgang der Band war dann vielleicht ein wenig zu theatralisch inszeniert, aber Tom, der sich wie früher beim Gruselgeschichten erzählen die Taschenlampe unters Kinn hält, um sein Gesicht furchteinflößend anzuleuchten, war auf jeden Fall noch einen abschließenden Lacher wert. Nachdem die Band ihre Instrumente weggeräumt und den Van bepackt hatten, mischten sie sich nochmals unters Publikum zum Tanzen und Plaudern. Besonders Tom war ganz heiß darauf, Feedback vom Publikum zu bekommen. Drummer Alex jedoch, der auch bei den Brakes und ESP (Electric Soft Parade) hinter dem Schlagzeug sitzt, musste sich erstmal geflasht an die Wand lehnen, als DJ Sir Hannes einen Song von den Brakes auflegte und die inzwischen proppevolle Tanzfläche dazu im Rhythmus bebte.

 

Official Secrets Act touren noch bis Mai ununterbrochen durch Deutschland, Frankreich und das vereinigte Königreich. Ende April supporten sie sogar die unvergleichlichen The Rakes auf deren England-Gigs. Ob sie selbst zu Ruhm und Ehre gelangen wie der Mainact, den sie supporten, sei mal dahingestellt. Aber mit einem interessierten Indie-Label im Rücken und viel positivem Feedback für ihren Song So tomorrow ist zumindest ein solider Grundstein gelegt.

 

Wer das Konzert im Atomic Cafe verpasst hat, sollte sich aber unbedingt das sensationelle Funky-80ies-Disco Video zu So tomorrow anschauen! Eva Deinert

 


(11.03.2009)




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