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Klez.E: München
Sunday, 15 March 2009 14:56

Klez.E liveVom Feuer der Gaben haben Klez.E am Samstag im Münchner Orangehouse erzählt. Wer ihnen zugehört hat, durfte sich mit der Band aus Berlin auf eine turbulente Reise durch Klang- und Gefühlswelten begeben - auch Sara vom LAXMag.


Im Orangehouse sind Atari-Computer aufgebaut, es gibt vegetarisches Essen, die aktuellen M94.5-Charts als Live-Performance und zu später Stunde soll man noch zu den Klängen der relativ neu formierten Münchner Disco-Pop-Band UhOh das Tanzbein schwingen dürfen. Auch Klez.E aus Berlin sind hier, um in diesem Rahmen das letzte Konzert ihrer Tour und Titel ihres neuen Albums Vom Feuer der Gaben zu spielen.

Um kurz nach zehn wird es ernst. Der weiße Vorhang wird aufgezogen, das tieftraurige Adagio for Strings von Samuel Barber ertönt als Konzert-Intro. Unter zaghaftem Applaus betreten Klez.E die Bühne und schon nach den ersten Takten wird klar: Diese Band möchte einfach nur ihre Lieder spielen, allein aus diesem Grund sind sie hier, und genau das tun sie mit allergrößter Ernsthaftigkeit. Konzentriert, fast schon introvertiert, werden die verschiedensten Gitarren, Hackbrett und Akkordeon bearbeitet und Sänger Tobias Siebert bewegt sich sichtbar in seiner eigenen Welt, für das Publikum kaum zugänglichen Welt. 

Nach einigen Liedern spricht er die Zuhörer zum ersten Mal direkt an. Doch auf ein leises "Hallo" folgt kein Geplänkel, sondern vielmehr eine wieder leicht entrückt wirkende Ankündigung des nächsten Stücks: Da oben fliegt sie.. in Gold. Spätestens jetzt wird deutlich, dass Klez.E die Besucher in ihre Klang- und Gefühlswelten entführen möchten. Sie selbst sind zwar entrückt, laden das Publikum aber dazu ein, es ihnen gleich zu tun.

Das Set besteht vornehmlich aus neuen Stücken des aktuellen Albums, dazu haben Klez.E mit viel Bedacht einige ältere Lieder heraus gepickt, die sich thematisch und musikalisch nahtlos in die neuen Werke einfügen. So etwa Real Fernsehen vom ersten Album Leben daneben, das vom Krieg und von den Medien handelt und heute aktueller denn je erscheint, oder das düster-schöne Tag im Fall von der letzten Platte Flimmern. Eine Setlist liegt nicht auf der Bühne, denn die Bandmitglieder scheinen die Reihenfolge der Songs verinnerlicht zu haben, und auch hier wird deutlich, dass diese Herren ganz genau wissen, was sie tun.

Der fulminante Titelsong Vom Feuer der Gaben beginnt leise und steigert sich langsam in ein wahres Klangfeuerwerk. Tobias Siebert stellt sich in den hinteren Bühnenbereich und schreit seinen Gesang ohne Mikrofon heraus. Trotzdem hat man das Gefühl, sich irgendwo festhalten zu müssen, um von dieser Wucht nicht einfach davon gerissen zu werden. Spätestens jetzt wünscht man sich Klez.E auf einer größeren Bühne, in einem edleren Saal, vielleicht mit einem großen Orchester oder dergleichen. Vielleicht wird es das eines Tages geben. Bis dahin bleibt das Gefühl, nach dieser musikalischen Reise ein wenig ratlos wieder in der Realität angekommen zu sein. Klez.E beenden ihr Set, nachdem sie zweimal wieder auf die Bühne geklatscht wurden, mit dem letzten Song ihres aktuellen Albums: Gebet für mehr. Amen. Sara Haußleiter

 

 

 

(14.03.09)




hellgelb 2009-03-16 00:29:47

toll wars, hab noch zwei videos auf youtube
gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=9aSYfw8TR
Mc
http://www.youtube.com/watch?v=fgvysGVym_A
ohrobot 2009-03-19 12:16:28

ja, sehr schönes konzert! .. wenn auch ein krasser bruch danach :) danke für
fotos und bericht.
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