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Klemz: München
Wednesday, 04 March 2009 01:00

Klemz live in MünchenEine kleine Location und ganz großer Trubel. Ein wohl selektiertes Publikum mit jubelwütigen Zuhörern, die nicht genug bekommen konnten und auch nach der dritten Zugabe weiter schreien. Das waren Klemz in München - aber erst mal von Anfang.


Komisch, dass es die Release-Party zum Debüt-Ablum Cities & Picture war, denn dem Publikum nach zu urteilen sind Klemz, oder Julia Klemz, schon ewig unterwegs.
Zumindest haben sie die Professionalität lang bewährter und erfahrener Musikanten. Fachmännisch und bodenständig und wie cool war bitte der Kommentar nach dem sie ihren Melonen-Hut abgesetzt hat: "Ach Leute, ich weiß meine Haare sehen irgendwie komisch aus. Lasst uns einfach Spaß haben."

Die Klemz ist authentisch, sympathisch und macht einen Sound, der so schon lange nicht mehr zu hören war. Es Space-Pop zu nennen wäre wohl zu viel, denn unterwegs in die Weiten des abgedrifteten, apokalyptisch klingenden Indie-Space ist die Musik keineswegs. Eher melancholisch und irgendwie traurig kommen die Stücke daher, die urplötzlich auseinander brechen, unterlegt mit mitreißenden Pianoklängen und Basspassagen. Kurze Aufschreie und flüsternde Worte findet ihre Zugehörigkeit in den Downbeat-ähnlichen Klängen einer durchaus vorzeigbaren Liveband.

Und wie ist das mit dem Gesang? Auf die Frage, warum die Texte auf Englisch und nicht auf Deutsch sind, kommt eine nüchterne Erklärung: "Weil es nicht so kitschig klingt." Ja Julia, da hast du Recht, kitschig klingt es nicht. Es ist eine Mischung aus Tom Waits, 2raumwohnung und irgendeiner Neo-Punk-Band irgendwo aus Manchester. Und irgendwie bahnt sich die Lyrik ihren Weg durch selbstreflektierende Songwritertexte, gepaart mit einem äußerst kritischem poetischen Ich, was das ein oder andere zu bemängeln hat.

Letztendlich hat das Publikum im Muffatcafé gejubelt, als zum zweiten Mal What’s about Drugs gespielt wurde. Ein Song, der ohne Zweifel The Submarines für die iPhone-Werbung ausbooten könnte. Die Gruppe um Klemz hat alles gegeben. Wiederbekommen haben sie nicht zu wenig, denn den Erfolg, den sie auf diesem Release-Konzert geerntet haben, bleibt vorerst im Gedächtnis. Man kann ihnen nur Glück wünschen, dass sie weiter unkonventionelle Songs schreiben, die eine gewaltig große Schar von Zuhörern begeistern. Bruno Cabrini

Klemz im Interview: Hier findet ihr ein Video, in dem wir mit der Band über deren Debüt-Album sprechen

(26.03.09)




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