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Caracho: München
Monday, 06 April 2009 00:33
Caracho

"Mit 180 auf'm Tacho, denn wir sind: CARACHO!" Die hanseatischen Showkünstler von Caracho sind zu Gast in Süddeutschland und haben neben ihrer Feuerspuckenden, in schwarzem Latex gekleideten Show-Katze auch genügend Power mitgebracht, um die berüchtigten Geheimkonzerte namens Tour le Dispo in den städtischen Banken zu veranstalten. Eine Mischung aus The Prodigy, Trio und Deichkind bahnt sich den Weg durch den ruhigen Sonntag in der bayerischen Landeshauptstadt.

 

Bei Caracho gehört zu einem guten Konzert dazu, vorher ein paar kleine, geheime Gigs zu spielen. Sie nennen es Tour le Dispo, wenn sie miCarachot ihrer mobilen PA die umliegenden Banken stürmen und für nichts ahnende Passanten ein paar Songs spielen. Der positive Nebeneffekt an der Sache: Viele der Zuhörer kommen nach der Tour le Dispo mit zum eigentlichen Konzert.

Gegen 17.30 Uhr belädt Soundmeister Omo den Rollwagen mit der PA. Drei Anzug tragende mit schwarzem Schnauzer und blonder Perücke verkleidete Carachos verlassen das 59:1 in Richtung Sparkasse Sendlinger Tor. Bei ihnen die als Catwomen kostümierte Caracho-Mieze, die weiß wie sie das Publikum zusätzlich animiert.

Vor der Sparkasse warten bereits tanz- und schreiwillige Anhänger des deutschsprachigen Elektropunk mit Breakbeat Einflüssen, die kurzfristig per Newsletter über das Geheimkonzert informiert wurden.
Nach gefühlten 20 Sekunden ist die Sparkasse so voll, dass weder Leute rein noch raus kommen.
Die Tour le Dispo ist ein voller Erfolg. Nach zwei Songs zieht der ganze Mob weiter. Immer mehr Menschen stoßen hinzu, fragen was hier los sei und stürmen die Spardabank auf der Sonnenstraße. Noch mal zwei Songs, noch mal tanzende Menschen in der Bank und begeisterte Zuhörer nach dem Konzert davor.
Glücklicher Weise hatte die Polizei um diese Zeit Besseres zu tun, als diesen musikalischen Banküberfall zu unterbinden.

Es geht zurück ins 59:1, in 30 Minuten fängt das Konzert an und die Jungs bereiten sich noch kurz vor. Wo in Kiel noch 8000 Leute im Publikum waren, ist es in München leider nur eine knappe Hundertschaft. Wahrscheinlich liegt es am Sonntag.
Dennoch brennen Caracho los und im Kerosinstreifen ihres Euphorie absorbierenden Jets tanzen und klatschen und schreien die Zuschauer als hätten sie Jahre auf diesen Tag gewartet.

Die Show beginnt im Schwarzlicht getränkten Dunkel, von der Band sind nur die weißen Unterhemden, die weißen Handschuhe und aufblitzende Augen zu sehen. Doch nicht lange, denn auf die kurze pantomimische Showeinlage am Anfang, folgt wildes Blitzlichtgewitter, springende Akteure auf der Bühne und ein vollkommen begeistertes 59:1.

CarachoDen Kultsong Schwarze Katze kann jeder mitsingen und jeder singt mit.
Das Konzert geht energetisch weiter und findet seinen Höhepunkt, als die im hautengen, schwarzen Latexkostüm bekleidete Show-Katze auf der Bühne Feuer spuckt.
Die Band kann sich nicht mehr zurückhalten, die Jungs greifen sich ihre Mikrofone und schreien wilde nicht identifizierbare Laute. Dabei kochen treibende Beats das Publikum auf 200°C.

Als das Konzert nach fast 60 Minuten vorbei ist und nach andauernden Zugabe-Rufen der letzte Song kommt, ist es für jeden Kapitulationsversuch zu spät. In Hamburg sagt man: Ja! Ja! ist der Song einer Band, die mit kreativen Ideen und beeindruckender Liveshow überzeugt und das Publikum vermittelt ihnen seine Sympathie. „JA! JA!" erklingt vor der Bühne wie ein Donnerschlag und dann ist das Konzert vorbei.

Caracho haben gerockt, ihre eigenwillige Art hat begeistert, sowohl die Fans auf dem Konzert, als auch die Leute auf der Tour le Dispo. Mitte April geht die Tour weiter und eins ist sicher, diese Katze ist nicht handzahm...

Antworten auf alle Fragen zur Tour gibt die Homepage oder Myspace.

 

 

 




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