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Mono: München
Friday, 10 April 2009 11:08

Mono und die langen HaareAlle Ohren auf Mono hieß es am Donnerstag im Münchner Feierwerk. Den langen Weg aus Japan haben die Post-Rocker auf sich genommen, um ihre Musik vor einem begeisterten Publikum zu zelebrieren. Tine und Sara vom Laxmag waren für euch dabei.

Supported werden Mono von der Münchner Band Verstärker. Ihres Zeichens ebenfalls Klangkünstler, die es gerne leise angehen lassen, um dann sehr laut auszubrechen. Laut ihrer MySpace-Seite mögen sie die Ambivalenzen etwa von Melodie und Geräusch, was man der Musik auch anhört. Ambivalent scheint es, dass der Sänger der Band, deren Musikrichtung gerne als Shoegaze bezeichnet wird, barfuß die vielen Knöpfchen, Hebel und Schalter seiner Gitarre am Boden bedient.

Mit einer kleinen Glockenspielmelodie beginnen Mono ihren fast zweistündiges Konzert. Ein Konzert, dass den Zuhörer viele Male musikalische Höhen und Tiefen, Leises und Laut bis hin zur Schmerzensgrenze fühlen lässt. Mono machen Musik, die in den meisten Fällen mit einer ruhigen, manchmal flimmernden Gitarrenmelodie beginnt. Diese wird ergänzt von einer weiteren Gitarre und dem Baß, bis schließlich das Schlagzeug einsetzt und das Publikum mit den entstehenden Klangwellen fast aus den Schuhen weht. Auf elektronische Spielereien verzichten sie größtenteils.

Aber nicht nur die langhaarigen Jungen und die leicht gothikmäßig angehauchten Mädchen im Publikum sind fasziniert und wie in Trance bei der Musik, auch die Band selber spielt sich im Laufe des Konzerts immer mehr in eine Art Traumzustand. Gitarrist Yoda scheint die meiste Zeit völlig versunken in sein Spiel, die Gesichtszüge völlig hinter langen, schwarzen Haaren verborgen. Fast wie auf Droge werden die Bewegungen an der Gitarre und am Schlagzeug im Laufe der Stücke immer wilder, so dass sich Yoda bei zwei Stücken von der Gitarre befreit auf den Boden wirft und wie ein verletztes Tier windet.

 

Immer hin zu den Knöpfchen und Schaltern, die seinem letzten Gitarrenakkord mehr Kraft geben, die ihn noch lauter werden lassen.
Sowieso spielt sich vieles auf dem Boden mit den Füßen der Bandmitglieder ab, was sehr spannend zu beobachten ist und somit kann nach diesem Konzert dem Wort Shoegazen eine komplett neue Bedeutung zugewiesen werden.

Mono machen zwar sehr laute Musik, sind aber trotzdem eine sehr introvertierte Band. Es gibt keine Begrüßung, keine Zwischenworte. Nur zum Abschied macht Schlagzeuger Yasunori ein Foto des jubelnden Publikums. Na wenn das mal nicht einen Ehrenplatz im Familienalbum bekommt! Christine Bulla

(09.04.09)

 




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