Die Hochkultur der Subkultur.
Home icon Home»Live»Dear Reader: München
Dear Reader: München
Monday, 20 April 2009 15:19

dearreader.jpg

Dear Reader muss man einfach gern haben. Das bewiesen die Newcomer aus Südafrika den Münchnern am Sonntagabend im Ampere. Sara vom LAXMag war dabei.


Als Dear Reader im Februar im Atomic Cafe gastierten, um ihr brandneues Debütalbum Replace Why With Funny vorzustellen, lag in München noch dichter Schnee - was für die Band aus Johannesburg eine ganz neue Erfahrung war. Inzwischen sind sie ein wenig weiter herumgekommen und treten an einem nicht ganz lauen Frühlingsabend im nicht ganz vollen Ampere auf.
Eröffnet wird der Abend von den Berlinern I might be wrong, die das Publikum mit ihrem ausgeklügeltem und überhaupt nicht eingängigem Indie-Elektro-Pop gut auf den Hauptact einstimmen.

Als Dear Reader dann die Bühne betreten, wird schnell klar, dass man sich dem Charme dieser Band nicht entziehen kann. Sängerin Cherilyn MacNeil bezaubert vom ersten Moment an mit ihrer glockenhellen Stimme, die noch ein wenig famoser klingt als auf Platte. Sie scheint ein Multitalent zu sein und betätigt sich abwechselnd am Klavier und an der Gitarre - und ihr Spiel wird neben Schlagzeug und Bass auch durch Viola, Glockenspiel und dezente Elektroklänge umrahmt.

Zwischen den Songs führt die Band äußerst liebenswürdige Dialoge, etwa über Eisbären, die schwer aufzufinden sind und daher ein tolles Versteck darstellen - was Dear Reader zu dem Song Great White Bear inspiriert hat: "He climbed in the belly of the great white bear, it's very sticky and it smells a little fishy, but no one will look for him there.." Dem Publikum merkt man an, dass es die Jungs und Mädels auf der Bühne - wie sollte es anders sein - sofort ins Herz geschlossen hat. Die kollektive Zuneigung schlägt sich in ausgiebigem Applaus und Pfiffen nach jedem Lied nieder.

"You are a great audience. Quiet at the right moments, loud at the right moments." bescheinigt dann auch Cherilyn MacNeil den Anwesenden. Von den stillen Momenten gibt es zahlreiche - etwa das wunderschöne und minimalistisch dargebotene Release Me. Dass Dear Reader aber auch anders können als immer nur nett und verträumt, wird bei Songs wie Out Out Out klar, bei dem die Band sich austobt und den Hörern Klavier- und Gitarrenakkorde in erstaunlicher Lautstärke um die Ohren haut. Es darf getanzt werden!

Die ganz großen Emotionen kommen an diesem Abend nicht auf - das hat aber wohl auch keiner erwartet. Dazu sind Dear Reader einfach viel zu nett. Wem das gefällt, der konnte ein bezauberndes Konzert erleben und sich an den vielen kleinen Nuancen erfreuen, die diese Band und ihre Musik so liebenswert machen. Sara Haußleiter

(19.04.2009)

 




rebekka 2009-04-21 20:24:27

wunderbar, nicht nur die review, sondern im besonderen die photos!
Ein schöner Abend
Sören 2009-04-21 22:22:05

Wie immer grandiose Fotos, toller und treffender Bericht - und ein rundrum
schöner Konzertabend!
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Titel:

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Kommentare