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The Rakes: München
Monday, 11 May 2009 07:37

The Rakes im Münchner BackstageThe Rakes schneiten gestern im Backstage-Container auf ein schnelles Konzert vorbei. Wer dabei war, wird sicher auch das Gefühl gehabt haben, dass irgendwo in einer dunklen Ecke jemand heimlich die FastForward-Taste gedrückt hält, denn nach einer Stunde mit 16 Songs plus Zugabe war das Ganze schon wieder vorbei. Dennoch lohnte es sich, der Show von Alan Donohoe und seinen Jungs beizuwohnen.


Zunächst jedoch gehörte den Vorheizern aus Australien I Heart Hiroshima die Bühne. Besonders die Leadsängerin Suzie, die gleichzeitig die Schlagzeugerin der Band ist - das sieht man ja in der Kombi wirklich recht selten - beeindruckte mit ihrer recht hohen Stimme und einer energiegeladenen Sitzperformance. Von dieser Bühnenpräsenz können sich manche Frontmänner und Frontfrauen, die on Stage nicht in die sitzende Haltung gezwungen sind, eine gehörige Scheibe abschneiden. Mit einer tanzbaren Mischung aus The Pixies und Los Compesinos! erntete das Trio zurecht ordentlich Applaus und wurde für eine Vorband geradezu bejubelt. Wer reinhören möchte, dem sei als Anspieltipp PUNK und Captain to Captain auf der MySpace-Seite empfohlen.

 

Anschließend gaben sich die Londoner The Rakes die Ehre und wählten den Opener des aktuellen Albums Klang! auch als Einsteiger in ihre kurze, aber energische Show. Darauf folgte Retreat vom Debüt Capture/Release und We danced together, das Aushängeschild des zweiten Albums Ten New Messages. Damit stellten die Londoner schon mal zwei Dinge klar:


1. Das wird kein reines Klang!-Konzert, sondern eher ein Querschnitt durch das bisherige Repertoire.
2. Heute Abend wird getanzt.

 

Zum Mitmachen motivierte Alan Donohoe gerne auch persönlich. So guckte er sich bei We danced together einen etwas steif herumstehenden Jungen aus der dritten Reihe aus und ging vor diesem sogar in die Knie um ihn das Mikro zu reichen. Leider blieb dieser von der Geste völlig unbeeindruckt und verweigerte das Mitsingen, während Andere weit weniger Probleme mit Textsicherheit hatten. Das Gezappel und Gefuchtel von Alan war geradezu ansteckend, seine Performance bewundernswert. Seine Robodance-artigen Bewegungen mit den Armen erinnerten an die Auftritte von Sam Riley als Ian Curtis in Control.

 

Bei 22 Grand Job durfte Gitarrist Matthew Swinnerton auf Alans Platz, bei Violent wurde passend zum Song nicht nur gepogt sondern auch Violent Dancing praktiziert und bei We Are All Animals dirigierte Alan schwungvoll das singende Publikum. Vor The World Was A Mess But His Hair Was Perfekt versicherte sich der Sänger nochmal: „Are you feeling sexy?" und dann war es auch schon vorbei. Für einen einzigen Song kamen die Herren dann nochmal auf die Bühne und gaben abschließend ihren größten Hit Straßbourg zum besten, so dass kurz nach 22 Uhr die Fans in den Sonntagabend entlassen wurden. Etwas verwirrt, dass es schon vorbei sein soll, standen die verschwitzten Menschen orientierungslos im Raum. Der ein oder andere ließ sich auch zu einem zaghaften „Buh!" hinreißen.

 

Ganz so schlimm war es zwar nicht, denn das Konzert an sich war absolut sehenswert. Auch wenn sie die Songs nicht immer ausgespielt, sondern eher runtergerotzt haben, die Stücke mit Uptempo beschleunigten und für drei Alben eine nur recht kleine Auswahl ihrer Stücke darboten, so machte Frontmann Alan den Abend dennoch interessant. Immer wieder verzerrte er beim Singen mit seiner Stimme die Lyrics, gab sich Comedyshow-Einlagen hin und gab mit seinen seltsamen Bewegungen die eigene Tanzwut an das Publikum weiter. So lässt sich der Abend auch in drei Worten zusammenfassen: We danced together. Eva Deinert

 

(10.05.09)

 

 




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