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Art Brut: München
Tuesday, 19 May 2009 12:46
Nicht perfekt, aber gut gelaunt: Eddie Argos"The next song is just about dancing" - mit diesen Worten stimmte Eddie Argos den Kracher Direct Hit an. Vor allem ums Tanzen ging es nämlich, als Art Brut am Montag im Münchner Backstage aufschlugen. Sara vom LAXMag war dabei.

Zu Beginn des Abends bringen Official Secrets Act die Zuhörer in der noch recht neuen Backstage-Halle mit ihren sehr melodischen und teilweise einfallsreich instrumentierten Songs in Tanzlaune. Die Londoner scheinen sich in München wohl zu fühlen - erst vor kurzem traten sie im Atomic Cafe auf, wo sie auch am 29.05. wieder zu Besuch sein werden. Kein Wunder, dass Songs wie So Tomorrow oder Mainstream dem einen oder anderen Gast schon geläufig sind und daher wohlwollend aufgenommen werden.

Dann eröffnen Art Brut mit der Single Alcoholics Unanimous vom neuen Album Art Brut vs. Satan ihr Konzert und vereinen das Publikum in Windeseile zu einer tanzenden, springenden und dampfenden Masse. Sänger Eddie Argos verkündet allerdings zu Beginn stolz, schon seit über einer Woche keine Alkohol zu sich genommen zu haben. Seiner Stimmung scheint dies keinen Abbruch zu tun - im Gegenteil, der Frontmann wirkt frisch und gut gelaunt wie noch nie. Seine Ankündigung, bei jedem Song ein Kleidungsstück abzulegen, macht er allerdings nicht wahr, sondern hört beim T-Shirt auf - das er nur hin und wieder lüpft, um unter Gelächter ein wenig Bauchspeck zu zeigen.

Überhaupt sieht man der ganzen Band die enorme Freude, die sie an ihrem Auftritt hat, bei diesem Konzert von Beginn an deutlich an. Spaß hat auch das größtenteils recht junge und männliche Publikum - egal ob bei neueren Songs wie Demons Out oder altgedienten Hits wie Bang Bang Rock and Roll, beides nimmt die wilde Meute vor der Bühne wörtlich. Es wird mit Begeisterung mitgesungen, geklatscht und auch mal gestagedived. Dass das zweite Album der Band, It's A Bit Complicated, auf der Setlist etwas wenig Beachtung findet, stört dabei nicht. Heute ist man lieber unkompliziert, da sind sich Band und Fans einig.
Bei Summer Job betreten die Jungs von Official Secrets Act erneut die Bühne, um gemeinsam den Chor des Songs mitzusingen. Kurzerhand fühlt sich auch ein jugendlicher Fan berufen, den beiden Bands Gesellschaft zu leisten - und wird von deren Mitgliedern ein Weile fast wohlwollend beäugt, bis ein Roadie das Stelldichein beendet.

Dass Gitarren, Schlagzeug und Bass doch ziemlich rumpelig aus den Boxen schallen und der charakteristische (Sprech-)Gesang des Frontmannes zeitweise fast ein wenig untergeht, schadet bei diesem Konzert nicht viel. Art Brut, allen voran Eddie Argos, machen - sei es textlich, musikalisch oder durch ihre Gesten - deutlich: Wir sind alles andere als perfekt, aber wir haben Spaß. Hier geht es um Unterhaltung, und darin ist diese Band nun mal richtig gut. Beim inzwischen fast legendären My Little Brother wird das Publikum mit einem kurzen "Hey, ho, let's go"- Intermezzo noch angefeuert - was eigentlich nicht mehr nötig gewesen wäre, denn das Wasser tropft tatsächlich schon von der Decke.

Gegen Ende stimmt die Band noch Twist And Shout von der aktuellen Platte an. "I didn't mean to twist and shout, something slipped and it just popped out," singt Eddie Argos hier, bevor er sich mit einem Augenzwinkern wie ein alter Herr von seinem Roadie, in ein Handtuch gewickelt, von der Bühne führen lässt. Ob hier getwistet, geshouted, gepogt oder einfach nur gepflegt abgerockt wurde, ist letztendlich egal - am Ende sind alle erschöpft und zufrieden. Sara Haußleiter

(18.05.2009)






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