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The Dø: München
Wednesday, 20 May 2009 08:37

Die bezaubernde Olivia Merilahti von The DøEine der ungewöhnlichsten und erfolgreichsten Bands aus dem Mutterland des Chansons gab sich am Abend im 59:1 die Ehre: The Dø! Ungewöhnlich ist, dass das Pop-Duo aus Paris seine Songs auf englisch interpretiert und trotzdem die Spitze der Charts in Frankreichs erobert konnte. Ungewöhnlich ist auch die Musik, die Sängerin Olivia Merilahti und der Mann an den Instrumenten von A-Z Dan Levy da produzieren. Und so gab es nicht nur was auf die Ohren, sondern auch sehr viel zu gucken und entdecken.

 

 

Schon beim Betreten der Location war klar: Hier passiert was heute Abend. Denn an dem riesigen Metallgestell, das wie eine Glocke über den Schlagzeuger hing, konnte man einfach nicht vorbeischauen. Becken, Pfannen, Teller, Tabletts, Glöckchen und ein Klangspiel aus Schraubenschlüsseln waren daran befestigt und warteten auf ihren Einsatz. Ein ähnliches, kleineres Gestell aus verschiedensten Kuhglocken und Glöckchen stand außerdem in der Mitte der Bühne, überall lagen Flöten, Tröten, Rasseln und Klanghölzer herum und ein Xylophon, mehrere Keyboards sowie eine Auswahl an Gitarren fanden kaum noch Platz auf der Bühne und wurden kurzerhand samt Assitent einfach vor der Bühne deponiert.

 

Moment Mal, wollte man da rufen, kommen die etwas zu zehnt? Doch tatsächlich haben sich Sängerin Olivia und Dan lediglich die Unterstützung eines Schlagzeugers gegönnt - der Herr unter der Glocke - den Rest bedienten sie alles selbst.

 

Nachdem man diese imposante Showausstattung verarbeitet hat, wuchs die Neugierde auf das, was sie damit anzustellen gedachten, ins Unermessliche. Mit ihrem bizarren Opener Playground Hustle, der auch der Einsteiger der aktuellen Platte A Mouthful ist, wurden dann die Eckpfeiler des Abends abgesteckt: Hier geht es nicht nur um Musik, hier geht es um Klangkunst, die es zu erspüren und erleben gilt. Diese doch recht anspruchsvolle Zielsetzung schien im Folgenden auch einige Münchner im ausverkauften 59:1 etwas zu überfordern, warteten sie doch eigentlich auf die Hit-Single On my Shoulders.

 

Dass dieser Song nahezu der einzige radiotaugliche und chartskompatible Track der Platte ist, die sonst zum größten Teil aus einem wilden Mix aus Barock-Folk, Instrumentals, Hip-Hop-Elementen und Indie-Songs besteht, deren Komponenten bewusst NICHT harmonisieren, schienen viele nicht zu wissen. Auch wenn Olivia und Dan dem Publikum den Einstieg in den Abend mit dem auf Playground Hustle folgenden Stücken At Last und The Bridge is broken recht leicht machten, kam es nur vereinzelt in kleineren Grüppchen zu echten Begeisterungsstürmen. Dabei lieferten die Finnin mit der Engelsstimme - leider kann man als Ungeübter die Songs nicht wirklich laut mitsingen, da man niemals ihre Tonlage erreicht oder dabei noch so klar und rein klingen würde wie sie - und Filmkomponist Dan eine sagenhafte, eindrucksvolle Show ab. Besonders Dan fühlte jede einzelne Note in seinem Körper vor, bevor er sie produzierte und gab alles, was an seiner manchmal zu Schmerz verzerrten Mimik deutlich zu sehen war.

 

Das wunderbar sanfte finnische Stück Unissassi Laulelet und der einfach ansteckende Uptempo-Song Aha mit dem leicht mitsingbaren Refrain waren die letzten Beiträge vor der Zugabe. Ein Song fehlte allerdings noch: das viel gefeierte und bejubelte Stay (Just A Little Bit More). Die zauberhafte Olivia tanzte elfenhaft und leichtfüßig über die Bühne, während das Publikum zum Abschied immer wieder den Refrain „Stay Just A Little Bit More / Don't let my heart turn sore" intonierte und damit das Duo und ihren Schlagzeuger die langsam von der Bühne begleitete. Damit ging ein außergewöhnliches, bemerkenswertes Konzert zu Ende und klang noch lange in Ohr und Auge nach. Eva Deinert

 

(19.05.2009)

 

 




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