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Snow Patrol: München
Monday, 25 May 2009 09:30
Snow PatrolDen Weg über den kleinen Teich haben Snow Patrol gut überstanden. Direkt im heißen und vollen Münchner Zenith sind sie gelandet und entzücken dabei knapp 5000 Menschen mit ihrer bunten Mischung aus Schmusepop und Indiemusik. Tine und Tina vom LAXMag waren für euch mittendrin.

Stockdunkel ist es auf der Bühne, dann schreibt sich zu den Klängen des Friendly Fires Stücks Jump Into The Pool eine Nachricht an die Fans auf eine digitale Videoleinwand. Städtenamen der Tour werden aufgelistet, dann die Ankündigung, dass sie jetzt auch in München sind. Unter tosendem Applaus erscheint die Band aus Glasgow/Belfast und legt gleich mit einem Stück aus dem neuen Album vor.

Sänger Gary Lightbody fragt auf deutsch: "Wie geht’s? Alles klar? Wunderbar!" Und weiter geht’s im Programm mit How To Be Dead. Nach dem Stück erkundigt er sich bei eine Jungen im Publikum, ob es ihm gut gehe, er sehe ihm an, dass er nur der Freundin zu Liebe aufs Konzert mitgegangen sein. Ihm widmet er You Could Be Happy, welches in der Akkustikversion vorgetragen wird.

Fast alle Songs werden von einer optisch sehr ansprechenden Lightshow begleitet, die mal nur aus Scheinwerfern besteht, bei anderen Stücken ein sich liebendes Pärchen zeigt oder das Sternen-Motiv des neuen Albums.

Lightbody mag sein Publikum und spielt gerne für es und mit ihm. Für Shut Your Eyes teilt er die Masse in zwei Hälften und veranstaltet einen kleinen Wettbewerb, wer den Refrain "Shut your eyes and sing to me" wohl lauter singen kann. Sieger sind am Ende beide Gruppen und gemeinsam wird die letzte Strophe nochmal gesungen. Das Publikum ist sehr zufrieden, richtige Klatschroboter befinden sich innerhalb der bunten Mischung, die jeden Refrain euphorisch einklatschen: tätowierte Muckibuden-Gängern, Hausfrauenfreundinnen mit 3/4 Jeans und Trekking-Sandalen, RöhrenjeansträgerInnen mit Langhaar-Hippiefrisur und sogar Grundschülerinnen werden gesichtet.

Open Your Eyes wird durch den Kurzfilm C'était un rendez-vous von Claude Lelouch visualisiert. Eine Rundfahrt durch die Straßen des morgendlichen Paris, bei dem keine rote Ampel beachtet wird, weil die männliche Hauptperson ein Treffen mit einer bezaubernden Frau nicht verpassen darf.

Bei den Balladen Make This Go On Forever und Chasing Cars rücken die Pärchen im Publikum noch enger zusammen und singen die Refrains zusammen:  "If I lay here, if I just lay here. Would you lie with me and just forget the world?" Die Antwort kann in dem Fall nur Ja sein. Hands Open wird auch zum Mitbrüller und Stimmungsmacher. Snow Patrol haben einfach auf den beiden vorletzten Alben viele tanz- und singbare Ohrwürmer geschrieben, was sich leider auf der aktuellen Platte A Hundred Million Suns bis auf den Charthit Take Back The City nicht fortsetzt. Das scheint der Band auch bewusst zu sein, performt sie fast ausschließlich ältere Songs.

Take Back The City beendet das Konzert unter tosendem Applaus. Für eine Zugabe haben sich Snow Patrol ein eigenes Konzept einfallen lassen: The Lightning Strike haben sie in einer dunklen Nacht bei Gewitter geschrieben, drei Stücke gehören zur Wetter-Trilogie. Im Video fliegt man durch animierte Sterne in den Weltraum und durch die Menschenmengen zurück zum Konzert. Alle Figuren sind gefaltete Papierkunstwerke, so dass der Blick oft unweigerlich weg von den Künstlern auf der Bühne hin zur aufwendigen Animation auf der Leinwand gelenkt wird.

Ein Gesamtkunstwerk haben Snow Patrol damit auf die Bühne gelegt, nach dessen Ausklingen die Zuschauer glücklich ihrer Wege gehen. Text: Christine Bulla, Fotos: Bettina Koch




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