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New Radio
New Radio: Toulouse
Tuesday, 22 September 2009 18:57
Basti und Domi von New Radio beim Auftritt in Toulouse.18.09.09, Freitag. Folge 11. TouRlouse.

Wehmütig verlassen wir Bordeaux und unsere hübsche Unterkunft. Wieder mal lenkt Stefan die Kiste ohne Probleme nach Toulouse, eine nicht wirklich hübsche Stadt, der man ansieht, das sie wohl eher durch industrielle Größen wie Airbus bekannt wurde. Einzig die liebevoll verschnörkelten Balkongitter an jedem zweiten Haus ziehen sich wie ein Leitmotiv durch die Innenstadt.

Da die Wohnung von Nathan (Bassist der Red Lips, die das Konzert für uns arrangiert haben) für sechs Jungs viel zu klein ist, müssen wir uns ein Hotel suchen. Noch nichts im Magen stürzen wir in die dreckige Straße, während Stefan sich noch im Bett ausruht. Die Luft ist dick, Bahnhofsviertel, Kaugummis auf Beton. Bei Dylan müssen wir einfach einkehren, bei dem Namen!

Im Cri de la mouette fand das Toulouse-Konzert statt.Hier gibt es türkisches Fleisch, Samourai-Soße entpuppt sich als die perfekte Ergänzung zum fettigen Döner - Hauptsache etwas Warmes zwischen den Zähnen, pas de baguettes une fois!
Als wir am Kanal parken wollen, winkt uns ein weißhaariger Mann mit New Yorker Cap zu, wir sollen ihm folgen. "Wer is‘n das?" - "Keine Ahnung!" - "Und wieso fahren wir ihm dann nach?!" - "Mmmh." Stopp, Schiebetür auf. "Moin, moin, Jungs!" Der nette Herr mit dem eingefallenen Gesicht, das ein wenig an Karl Dall erinnert, heißt Erich, ist ein Alt-68er Berliner und Besitzer des Toulouser Clubs auf dem Schiff, wo wir heute Abend spielen werden.

Direkt vor dem CRI DE LA MOUETTE mit weißer Möwe auf Navy blauem Grund parken wir "Edeltraud" und laden aus. Shakehands mit den Red Lips (wo sind die roten Lippen wie auf den Promo-Fotos?), danach gleich Soundcheck - "plus de voix, s‘il vous plait!" - passt.

An den Seiten des langgezogenen Innenraums des Schiffs sind kleine Sitzgruppen aus Leder mit Tischchen installiert, alles schöne 5 Grad nach links geneigt. Hinter den Tresen am Ende des Schlauchs arbeitet mit Erich der bis jetzt coolste Kellner. Anfang 60, weißer Drei-Tage-Bart, enge schwarze Jeans, "Dark Knight"-Shirt - wir vermuten draußen wartet die Harley.

Jedenfalls ist sein kurzer verschmitzter Blick jeden Drink wert. Die Nudeln schmecken im Vergleich zu Bordeaux (hatte ich verdrängt...) wirklich köstlich. Es gibt Baguette (quelle surprise!), rote Soße, Salat, Käse und das erste Mal Wein für die Bands! Erich weiß, was gut ist.

Wir schnaufen draußen durch, der vom Regen klare Sauerstoff soll die Müdigkeit vertreiben. Clemens kränkelt und haut sich im Bus kurz aufs Ohr. Langsam hört der Regen auf, Le Cri (maximum: 140 personnes) füllt sich. Good Old Days, die erste Band, sind aus Bordeaux, wo wir am Tag zuvor waren.

Mow grüßt die Jungs auf Wunsch der Bordolesen Moon, ich rede mit Nathan. Bei den Red Lips ist der Konzertraum voll, 120 Leute sind hier (wie sich später herausstellt). Um halb eins treten wir auf die Bühne "mit dem festen Vorsatz die Möwe zum Fliegen zu bringen" (sagt Mow).

Wir spielen eine etwas veränderte Setlist, Days In Rage kommt heute später. Die Menschen lassen sich begeistern, "die Energiefunken sind übergesprungen auf das Toulouser Nachtvolk" (sagt Mow). Als wir von der Bühne stolpern, haben wir das Gefühl Le Cri wackelt. Servus, Erich! Basti / New Radio

Gitarren sind was tolles. Kann man nie genug von haben. Oder New Radio?Stefan merkt man auch nicht mehr an, dass es eigentlich seine erste Tour ist. Erfahrung machts.New Radio schlagen sich tapfer auf ihrer allerersten Tour.Klavidimm, Klavidamm: Das Piano darf bei New Radio auf Tour natürlich nicht fehlen.


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