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Poolstar* berichten von ihrer Tour
Poolstar*: Rostock
Monday, 28 September 2009 15:07
Kein Ostrock in Rostock: Poolstar*.Nächster Stopp: Rostock. Das klang eigentlich ganz viel versprechend, kommt doch beim Umbauen des Stadtnamens mindestens OstROCK, durch weitere Zugaben sogar ROSTROCK oder gar ROCKSTOCK dabei heraus!!! Es sollten uns erwarten ein Open Air auf dem Marktplatz, viele Bands und das Ganze noch für einen guten Zweck, nämlich dem Kampf gegen Kinderarmut. Beste Voraussetzungen also für ein denkwürdiges Konzert. Leider erwies sich das Ganze allerdings eher als bedenklich als denkwürdig.

Bereits bei der Ankunft beschlich uns ein komisches Gefühl. Abgesehen davon, dass zu der Zeit gerade mal 10 Nasen vor der Bühne standen – wohlgemerkt auf dem Marktplatz, auf dem mindestens 1000 Leute Platz gehabt hätten – konnten wir uns auch nicht dran erinnern, ob wir jemals mit unserm Büs-chen einfach über das Gelände in den Backstage-Bereich fahren konnten, ohne einen einzigen Ordner zu sehen. Doch damit nicht genug: es hatte auch niemand ein Problem damit, dass wir eine geschlagene Stunde hinter der Bühne rum hingen, ohne dass uns jemand kannte. Andererseits gab es ja auch nix worauf man hätte aufpassen müssen. Es gab NICHTS zu essen und zu trinken gab es einen Sixpack Wasser vom Plus, 2 Flaschen Cola und ein paar Flaschen Prosecco(!).

Das war aber nicht etwa unser Privat-Catering, sondern gedacht für 6 Bands, bzw. 30 Personen. Klar auch, dass bei diesen rigorosen Sicherheitsvorkehrungen der Backstage-Bereich sowieso mehr zum privaten Familienfest der lokalen Cover-Band mutierte. Um das Thema Catering zum Abschluss zu bringen, springen wir in der Zeit jetzt ein Stückchen vorwärts. Als Spree 5 Minuten vor der Show auf der verzweifelten Suche nach etwas Trinkbarem für die Bühne sich ein Herz fasste und die beiden "Catering-Schnecken" kurz beim Martin-Kesici-Anhimmeln unterbrach, wurde ihm auf die Frage nach Wasser für die Show eine 1/3 volle Wasserflasche in die Hand gedrückt, die nach dem Kohlensäure-Gehalt zu urteilen schon ungefähr seit morgens um 10 da gestanden haben muss und aus der Gott weiß wer schon getrunken hatte. Noch Fragen???

Allerdings war das ja nur eine Facette des Desasters. Im Endeffekt viel schlimmer waren die musikalisch und technisch zweifellos guten Menschen von Yeoman (nicht Sezuan), die zwar schon Nachmittags mal ne Stunde gespielt hatten, aber dann ihren zweiten Auftritt unmittelbar vor uns auch noch mal um 10 Minuten überziehen mussten. Damit nicht genug: eine Zugabe ließen sie sich natürlich auch nicht nehmen. Wäre auch alles kein Problem gewesen, wenn nicht um 21 Uhr absoluter Schluss gewesen wäre, und es schon 20:35 war, bevor wir überhaupt auf die Bühne konnten. Also sind wir dann in den verbleibenden 25 Minuten mit Schallgeschwindigkeit durch so viele Songs wie möglich gebrettert, um den teilweise extra aus Berlin und Hamburg angereisten Fans zumindest noch ein bisschen zu bieten für ihre Mühe.

Was ist die Moral von der Geschicht’?

Vollidioten sterben nicht! Vor allem nicht im Show-Business. Wir werden allerdings weiter alles dafür tun, dass es vielleicht doch hin und wieder ein paar weniger werden. ;) / 19.09.09


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