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Poolstar* berichten von ihrer Tour
Poolstar*: Stuttgart
Monday, 19 October 2009 21:32
Poolstar am Grill der ZeitMEHR NETTO ALS UNS LIEB WAR oder: Mindestlohn für Friseure würde in Stuttgart zu Stadtteilverödung führen

 

Nach einem vorzüglichen Hirschbraten am Südufer des Bodensees ging es tags drauf dann weiter Richtung Stuttgart. Wie nicht anders zu erwarten war, durften wir dem Zoll wieder mal das Innenleben eines Tourbusses erläutern. Und wie auch nicht anders zu erwarten, fand die Hobby-Stasi auch diesmal nichts Verwerfliches. Beim nächsten Mal sollten wir die vielleicht bitten, Sprees Kopfhörer zu suchen. Die hat der Gute nämlich irgendwann mal im LT-Land verloren. Immerhin gaben sie diesmal zu, von Vorurteilen zerfressen zu sein und sich deshalb nach diesen zu richten bei der Auswahl ihrer Schnüffel- und Fummel-Opfer. Ja, wir können es auch wirklich verstehen, dass es interessanter und spaßiger ist, so einen Bus voller Musiker mit Nacktfotos an den Wänden und leeren Flaschen auf dem Boden zu durchsuchen als einen BMW mit Anzugaffe hinterm Steuer und Samsonite-Koffer voller Schwarzgeld, Nazigold oder Schneepäckchen im Kofferraum, aber denkt doch bitte auch mal an uns! Wir erklären uns auch gerne bereit, so ne Art Workshop für Zollbeamte zu veranstalten, bei dem wir dann den LT zu Ausbildungszwecken zur Verfügung stellen, wenn Ihr uns dann den Rest des Jahres in Ruhe lasst!

Trotz der unliebsamen Unterbrechung trafen wir allerdings schon recht früh in Stuttgart ein. Das nutzten wir, um noch einen leckeren Kaffee im „Vapiano“ zu uns zu nehmen. Zwar kamen wir uns ein wenig komisch vor zwischen den ganzen Berufs-Latte-Trinkern, aber ein anderes Café war in der Ecke einfach nicht aufzutreiben. Dafür aber ungefähr 200 Friseure. Spree hat dann noch schnell ausgerechnet, dass, um so viele Frisöre zu beschäftigen, jeder Stuttgarter ca. 2x am Tag zum Haare schneiden muss. Keine Ahnung wie die das machen. Vielleicht sind ja Haarwuchs fördernde Substanzen im Neckar. Oder die trinken da alle das Bier vom Netto. Da kriegt man nämlich sogar Haare auf den Zähnen. Woher wir das wissen? Ratet mal was es für die Bands zu trinken gab....

Womit wir schon beim Konzert angekommen wären. Das Wichtigste hatten wir ja schon erwähnt, das Bier war so schlecht, dass Spree nachher sogar sein eigenes Bier gekauft hat, nur, um den andern Mist runterzuspülen. Das Leid bzw. Bier geteilt haben wir an diesem Tag mit BENZIN und MOM’S DAY. Die legten dann auch ordentlich was vor. Ehrensache, dass wir da noch einen drauflegen. Unverständlich allerdings mal wieder die „Fans“, die nach 10 Euro Eintritt und ihrer Lieblingsband einfach nach Hause gehen, ohne sich die anderen Bands überhaupt anzuhören. Musikfaschismus nennt man so was wohl... Danke jedenfalls an alle andern, die trotzdem mit uns die Party steigen ließen.

Um den Geschmack des Bieres wieder loszuwerden, begaben wir uns anschließend noch zum Döner-Mann. Mit Berliner Arroganz waren wir natürlich auf das Schlimmste gefasst. Schließlich sind Berliner Döner ja angeblich was ganz Besonderes. Dementsprechend groß war dann unsere Überraschung, dass der Döner, der bei „World of Kebab“ feilgeboten wird, tatsächlich nicht nur mithalten konnte, sondern 90% der Berliner Döner-Verwurster locker hinter sich ließ. Wahrscheinlich war es dann auch den vielen Endorphinen zuzuschreiben, dass HouZa es sich nicht verkneifen konnte der (männlichen) Servicekraft ayndeutige Avancen zu machen. („Willst Du an mein Ayran?“)/09.10.09




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