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DIE MINGA WAR GAR NICHT ZAHNLOS, DAFÜR HÖCHST WOHLSCHMECKEND UND GUT DURCHGEROCKT! oder: Wie sich München als Hochburg der AntiMuFa entpuppte…
Nach einer ereignislosen Nacht mit viel Schönheitsschlaf und wenig Party machten wir uns dann auf in Richtung München.
Leider hatte das Bier vom Vortag noch andere ungeahnte Auswirkungen, so dass HouZa sich am nächsten Tag auf der Fahrt nach München noch schnell einen neuen Spitznamen verdiente. HouZas offizieller Kose- und Künstlername ist also ab sofort „Der schleichende Kot“!
Diesem Namen machte er dann auch alle Ehre, während wir eigentlich in unserm 4-Sterne-Domizil (ein Stern pro Quadratmeter...) chillen wollten. Kurz vorm Erstickungstod beschloss Spree dann die Zeit doch lieber sinnvoll zu nutzen und ein bisschen durch München zu rennen. Dummerweise sah auf der Karte vom Hostel dann doch alles weniger weit aus, als es in Wirklichkeit war. Daher endete die Sightseeing-Tour bereits, nachdem er sich die Sport-Abteilung von Karstadt von innen und den Löwenkeller von außen angesehen hatte. Stattdessen gab es dann noch eine Location-Searching-Tour, da er sich natürlich die falsche Adresse aufgeschrieben hatte und auch keiner an sein Handy ging. Dementsprechend kam er dann auch eine halbe Stunde zu spät, was aber nicht weiter schlimm war, so war zumindest schon alles ausgeladen...
Bevor es allerdings ans Aufbauen ging, hatten wir noch einen Termin mit - dreimal dürft Ihr raten – genau, dem LAXMag, was Ihr grade lest. Dabei konnten wir dann endlich wieder ausgelassen unserer Mediengeilheit frönen. Das Ergebnis könnt Ihr ja dann demnächst hier auf diesen Seiten bewundern… Es folgte der übliche langweilige Kram vor einem Konzert: Aufbauen, Soundcheck, Dummlabern. Wobei das Dummlabern diesmal durch die Präsenz der Support-Band, die auf den schönen Namen SEXSHOP hörte, bereichert wurde. Die erwiesen sich nämlich als mindestens genauso Schwachsinns-affin wie wir, was zu tatsächlich unterhaltsamen Unterhaltungen führte. Spree war sowieso schon im siebten Himmel, gab es doch mitten in Bayern tatsächlich Früh-KÖLSCH zu trinken. Und da sag noch mal wer, die Bayern hätten keine Ahnung von gutem Bier... (Anmerkung des Rests der Bande: seit wann ist Kölsch Bier? Wir vergnügten uns lieber mit lokalen Spezialitäten, wie es sich für Musiker aus bildungsnahen Schichten auch gehört!)
Der vorläufige Höhepunkt des Abends folgte dann beim Abendessen, bzw. WAR das Abendessen. Bei der FEINSPEISEREI handelt es sich ja eigentlich um eine Kantine/Catering-Service, was unsere Erwartungshaltung natürlich schon ein bisschen höher schnellen ließ, vor allem weil wir ja bereits in St. Gallen exzellent verköstigt wurden. Selbst diese hohen Erwartungen wurden allerdings dank Chefkoch „DISCO-TOMSE“ bei weitem übertroffen. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass, noch während wir die letzten Spuren von Panna Cotta aus unseren Gläsern leckten, bereits erste Pläne geschmiedet wurden, wie wir den Koch unauffällig in unserem Bus verschwinden lassen könnten. Wir kriegen jedenfalls schon wieder kollektiv Hunger, wenn wir nur daran denken... Lecker!
So aber zurück zum Wesentlichen. Als wir die Halle kurz vor Beginn des Konzertes betrachteten, beschlich uns schon ein komisches Gefühl. Denn zumindest optisch sah es so aus, als wären die Fans der Vorband klar in der Überzahl. Nach dem Stuttgarter Musikfaschismus beschlich uns natürlich gleich ein leichtes Deja-Vu Gefühl. Wie falsch wir doch damit lagen! Zunächst rockte allerdings mal der SEXSHOP, der auch gleich ordentliche Party-Atmosphäre verbreitete und allseits gut ankam. Wir brauchen definitiv mehr Sexshops in Berlin!
Schließlich war es dann tatsächlich soweit, dass auch wir die Bühne betreten durften. Immer noch gespannt und auf das Schlimmste gefasst, bretterten wir also los. Doch spätestens nach dem zweiten Song war klar: München ist eine Hochburg der Antifa. Zumindest was Musikfaschismus angeht. Bei soviel Begeisterung wollten natürlich auch wir nicht hinten anstehen und hauten noch einmal jede einzelne Kalorie raus, die wir zuvor im Catering zu uns genommen hatten. So schaukelte sich das Ganze denn auch immer weiter hoch und endete nach wildem Gepoge, spontanen Blow-Job-Angeboten, heiseren „Bukkake“-Rufen und ekstatischen Urschreien vor einer Masse glänzender, erregter Körper in einer orgasmischen Lärmexplosion. Blitze durchzuckten unsere Köpfe, und wir wünschten, es würde nie zu Ende gehen... - HUCH! da ist wohl der Sexshop mit uns durchgegangen... ;)
Nach derartiger Endorphin-Ausschüttung mussten wir natürlich erstmal ordentlich mit ausschweifender Flüssigkeitszufuhr gegensteuern. Sehr zur Freude der Belegschaft, die nur auf den Startschuss gewartet zu haben schien. Das nennen wir doch mal Gastfreundschaft…
Zu erwähnen wäre an dieser Stelle noch, dass wir es aufgrund des erhöhten Flüssigkeitsgehalts leider vergessen haben, den zu dieser Zeit auch schon recht hilflosen Koch zu klauen. Aber kein Problem, wir kommen wieder. Am liebsten nächste Woche. Versprochen!
Damit war der Spaß aber noch nicht vorbei. Zurück in unserem „Domizil“ wollten uns die Kinder vom Wachdienst doch tatsächlich erklären, dass wir unser Bier draußen trinken müssten. IN MÜNCHEN!!! Da waren sie bei uns natürlich an der richtigen Adresse gelandet. Nach kurzer Diskussion stellte sich allerdings heraus, dass die beiden „Herren“ mangelnde Lebenserfahrung und Gehirnzellen ganz einfach durch eine Standleitung zur Münchener Polizei ersetzt hatten. Da wir keine Lust auf die dritte Durchsuchung in einer Woche hatten, tranken wir dann tatsächlich vor der Tür zu Ende. Die Durchsuchung folgte dann natürlich doch noch. Und zwar beim Reingehen durchgeführt durch die gewissenhafte Hostel-SS. Dumm nur, dass die zwar in Taschen gucken dürfen, aber nicht reinfassen. So gelangte unser „kleiner Notvorrat“ dann doch noch unbehelligt ins Zimmer. Denn ausgerechnet die Tasche von Don „Pokerface“ HouZa wurde ohne Kontrolle durch gewunken. Wie der da nur macht…?
Praktischerweise hing in jedem Zimmer auch noch eine Gebrauchsanweisung, was man alles zu welchem Preis kaputtmachen kann bzw. wie man auf jeden Fall Hausverbot bekommt. Um schon mal für den nächsten München-Gig vorzubeugen hakten wir diese Liste dann auch noch gewissenhaft ab. Allerdings vermissten wir in der Liste essentielle Beschädigungen wie „Herausreißen einer Wand“ oder „Umverfliesung der Nasszelle“, während wir 450 Euro für eine neue Tür dann doch etwas übertrieben fanden. Einzig den Punkt „damage caused by vomit“ mussten wir leider auslassen, da wir ja nur begrenzte Alkoholvorräte hatten und demzufolge sparen mussten. Sascha, wir kommen wieder – aber beim nächsten Mal brauchen wir wohl eine andere Unterkunft... /10.10.09
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