| 5 Fragen an: Polite Sleeper |
| Tuesday, 01 September 2009 10:56 | |||
Das neue Album von Polite Sleeper ist anders, die Tour wird wahnsinnig lang. Grund genug, die Band mal zum Gespräch zu bitten. Sänger Jason Orlovich über weinende Produzenten, das unendliche Bandchaos und magische Momente, die heute noch für Gesprächsstoff sorgen. Ihr selbst beschreibt euren Sound immernoch als "folk mess". Was genau muss man sich denn darunter vorstellen? Worin liegt das Durcheinander? Jason: Ich glaube wir haben mehr aus einen Chaos heraus angefangen, das jetzt aber nicht mehr allzu gross ist. Vielleicht kann ich nur leben, wenn ich ständig über Kabel und andere Dinge stolpere. In unserer Anfangszeit waren wir meistens betrunken und stets darin versucht, unseren eigenen Sound zu finden. Ausserdem wussten wir nicht, was wir den Leuten erzählen sollen, nachdem wir nur noch ein Akkustik- und Drum-Duo waren mit einer Punk-Geschichte, das keinen traditionellen Country oder Folk oder – Gott bewahre – irgendwelchen "Folk Punk" macht. Es hat also einfach Sinn gemacht mit "folk mess". Wir sind ein liebenswürdiges Durcheinander mit einfach viel zu vielen Ideen. Euer letztes Album Seens klang noch verhältnismäßig unbeschwert und sprunghaft. Lake Effect dagegen lässt euch gereift erscheinen, gewachsener und noch durchdachter. Wie kommt das? Was ist im letzten Jahr mit euch passiert oder hat euch geprägt? Jason: Gute Frage! Ich habe keinen Plan, aber die Leute sagen das auch. Es war keine absichtliche Entscheidung, aber ich denke es wirkt im Vergleich einfach seriöser oder erwachsener, in ein geeignetes Studio zu gehen und sich einfach mehr Zeit zum Schreiben des Albums zu lassen. Ich glaube, Seens war vielleicht ein etwas schwierigerer Blick zurück, aber die Art und Weise der Aufnahmen versteckt einen Teil seines Gewichts. Wer weiß. Wir wollen einfach mit jeder Platte einen Moment einfangen oder ein Kapitel davon, wer wir als Band sind, als Freunde, als Menschen und so weiter. Daher ist Lake Effect wohl grundlegend das, was um den Dreh herum passiert ist, als wir das Album in einem Keller in Brooklyn geschrieben haben. Auf der nächsten Platte werden wir dann wieder Kinder sein, keine Bange. Lake Effect ist zudem ja euer erstes Studioalbum. Wie war es denn für euch, erstmals in einem richtigen Studio aufzunehmen und das auch noch gemeinsam mit Aaron Prellwitz? Jason: Es war großartig, hat aber auch alle üblichen Leidwesen für eine Band unserer Größe für uns bereit gehalten. Du willst immer mehr Zeit, Geld, Takes und so weiter, aber wir sind in einem Studio alle ziemlich brav und wissen, was wir annehmen müssen. Es war schön nicht auf einen Zug oder einen Bus warten zu müssen zwischen den einzelnen Aufnahmen. Aber ich denke wir werden für das nächste Album vielleicht wieder auf eine Kombination von Selbst-Aufnahme und Studio zurückgreifen. Aaron war übrigens andererseits ein komplettes Durcheinander. Ich habe keine Ahnung, wie dieser Typ das alles managt. Tim, unser Schlagzeuger, sagte, er hat ihn eines Tages weinend im Kontrollraum gefunden, was irgendwie bizarr war. Er ist ein alter Freund aus San Francisco und vielleicht hat er sich einfach nur wie zu Hause gefühlt. Ihr seid seit eurem Zusammenfinden 2007 als Polite Sleeper sehr viel getourt. Was bedeutet es denn für euch, auf Tour zu sein? Jason: Für mich bedeutet es einfach alles. Es ist so ein großer Teil dessen, warum ich in erster Linie überhaupt Musik mache. Vielleicht ändert sich das eines Tages, aber ich denke eine Band existiert nicht, wenn sie nicht auch performt und touren ist für mich eigentlich nur eine Fortsetzung dessen. Die einfache Antwort ist, dass es immer großartig und gesund ist, neue Leute zu treffen und diese Interaktion mit neuen Orten zu haben, vor allem durch diese Do it yourself-Communitys, die ja immer weiter wachsen und sich ausdehnen. Nicht viele Bands bekommen diese Möglichkeit noch und ich bin verdammt dankbar dafür, dass wir den Job von Grund auf gelernt haben. Allerdings ist es in größerem Ausmass auch enorm wichtig, mit einander in Verbindung zu bleiben und uns selbst daran zu erinnern, dass Musik auch und eigentlich ausserhalb des digitalen Kosmos existiert. Was war der bewegendste Moment für dich mit Polite Sleeper? Jason: Die Zeit, als ich aus Versehen Michaels Hand geschlagen habe, als wir beide gleichzeitig nach einer Gitarrenhülle gegriffen haben. Das war schon sehr früh solch ein elektrifizierender Moment. Tim erzählt immer noch davon. Bei Jason Orlovich von Polite Sleeper bedankt sich für das Interview: Nina-Carissima Schönrock (2009)
|
Kommentare
Suche
Sprüche
Ein Song ist dann ein wirklich verdammt guter Song, wenn er in dir das Gefühl zurücklässt, dass es kein Morgen gibt.
Ähnliche Artikel
- Rezensionen
- Interviews
- Portraits











Vielleicht lag das Problem auch hier begraben....
http://soundcloud.com/...
Ich kann hier wirklich nur sehr wenig nachvollziehen. Ich finde es unglaublic...
http://www.youtube.com/watch?v=eCQNmFoz_dI&feature=related
Plüschtiere kann man nicht verpacken, Katzen aber schon ;)
http://www.y...
ah pardon, du hast sooo recht! danke für den hinweis!