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5 Fragen an: Young Rebel Set
Thursday, 21 January 2010 16:28
Young Rebel Set Vorsicht! Diese Band könnte vielleicht dein Herz brechen - wenn sie sich nicht vorher ihre eigenen Knochen brechen. Die sieben jungen Herren aus Stockton-On-Tees haben ein Händchen für kleine Hymnen, die mit all ihren Anekdoten über zerstörte Beziehungen und kaputte Jobs trotzdem unglaublich lebensbejahend sind. Mit uns sprachen Young Rebel Set über bandinterne Prügeleien und das harte Musikgeschäft.

Mit ihrem Akzent und den Lyrics in bester Storyteller-Tradition klingen sie zwar unverwechselbar britisch, doch zwinkern Young Rebel Set ebenso den Großen wie Bruce Springsteen und Bob Dylan zu. Ende Januar kommen die Jungs nach Deutschland, um live ihre ersten Songs zu präsentieren. Höchste Zeit also für eine kleine Fragerunde.

Ihr kommt aus Stockton-on-Tees, einem kleinen Städtchen im Nordosten Englands. Erzählt uns doch kurz die Entstehungsgeschichte eurer Band.

Young Rebel Set: Das lief alles sehr organisch ab. Nach ein paar Soloshows war es an der Zeit, den Sound etwas auszubauen. Die zwei Brüderpaare machten vorher schon zusammen Musik und kamen als Rhythmusgruppe dazu. Dann haben wir noch einen Freund von uns aufgefordert, bei uns mitzuspielen. Er war der einzige ordentliche Mundharmonikaspieler, den wir kannten. Nach den ersten Aufnahmen wurde der Produzent schließlich unser Gitarrist. Von da an ging es nur noch darum, den richtigen Sound zu finden und als Band zusammenzuwachsen.

Wie würdet ihr eure Musik einer tauben Person beschreiben?

Young Rebel Set: Ich könnte unsere Musik gar nicht genau beschreiben, denn sie ist eben, was sie ist. Einige Kritiker nannten sie „ hymnische Songs, die die Liebe zu Folk und Punk vermischen“ oder „ein stürmisches Flickwerk aus grobem, urbanen Sound“. Ein britisches Magazin hat sogar eigens für uns ein neues Genre kreiert – den sogenannten „graft rock“. Das war wirklich sehr nett, aber ich bin mir nicht sicher, was es bedeutet.

Eure Band hat sieben Mitglieder, vier davon sind Brüder. Gibt es da nicht eine Menge Streit in der Band?

Young Rebel Set: Es gab hin und wieder ein paar Prügeleien. Ein erinnerungswürdiger Zwischenfall ereignete sich auf einem Oasis Konzert. Wir haben es irgendwie geschafft, in den Backstage-Bereich zu kommen. Wie ihr euch vorstellen könnt, fließen dort Unmengen von Alkohol und wir haben diesen Vorteil für uns genutzt. Zwei der Brüder waren irgendwann so angeheizt, dass sie auf dem Weg zum Van anfingen, sich zu raufen. Wir anderen gingen dazwischen und die ganze Sache artete in einen Sieben-Mann-Faustkampf mit gebrochenen Nasen und Knochen aus. Kein schönes Ende einer guten Show. Einen Tag später war jedoch schon wieder alles vergessen, größtenteils deswegen, weil sich niemand daran erinnern konnte, weswegen wir uns eigentlich gestritten hatten!

Ihr liebt Bruce Springsteen und Bob Dylan. Seht ihr euch selbst als Musiker der Arbeiterklasse? Welche britischen Einflüsse finden sich in eurer Musik wieder?

Young Rebel Set: Man könnte uns schon als Musiker der Arbeiterklasse kategorisieren, aber das ist nicht wirklich eine Bezeichnung, die wir selbst über uns verbreiten würden, da wir einfach immer weitermachen und eben das tun, was wir tun. Versteht mich nicht falsch, wir arbeiten hart, aber nur, weil wir müssen. Im Musikgeschäft hat man’s nicht leicht, deswegen muss man sich den Buckel abarbeiten, um das zu kriegen, was man will.

Es gibt einige britische Einflüsse in unserer Musik. Angefangen bei The Cribs über Dire Straits bis zu The Pogues. Irgendwo stecken die da alle drin. Musikalisch gesehen kommt es aber nicht darauf an, woher die Band oder der Künstler letztendlich kommt. Wenn sie tolle Songs schreiben, kannst du nichts dafür, dass du irgendwie davon beeinflusst wirst.

Was war der beeindruckendste Moment für euch als Band Young Rebel Set?

Young Rebel Set: Unsere lokalen Shows sind immer sehr beeindruckend. Unsere lokale Fanbase ist absolut fantastisch. Jedes Mal wenn wir in Stockton spielen, entwickelt es sich zu einem ziemlich wilden Wochenende. Eines Tages müsst ihr einmal dorthin fahren und es selbst miterleben.

Für das Interview mit Andrew Parmley von Young Rebel Set bedankt sich: Gina Kutkat.

Ende Januar kommen Young Rebel Set auf Tour.

28.01.10 CH Lausanne, Bleu Lezard 
29.01.10 Freiburg, Swamp 
30.01.10 CH Aarau, Kiff 
31.01.10 CH Luzern, Bar 59 
01.02.10 A Wien, B72 
02.02.10 München, Feierwerk 
04.02.10 Berlin, Magnet 
05.02.10 Dortmund, FZW (VISIONS Party) 
06.02.10 Hamburg, Molotow 
07.02.10 Bremen, Tower





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